iOS 27
Neue KI-Siri: iPhone-Nutzer in der EU müssen warten
Aktualisiert am 09.06.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Apple macht einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz – doch Nutzer in der EU bekommen auf iPhones und iPads keinen Zugang zu vielen der neuen Funktionen. Der Konzern kritisiert die EU-Kommission.
Apple wirft der EU-Kommission vor, mit Forderungen nach einer vollständigen Öffnung seiner iPhones und iPads für KI-Assistenten anderer Anbieter die Privatsphäre der europäischen Nutzer zu gefährden. Der Konzern entschied, stattdessen die neue KI-gestützte Version seiner Assistenzsoftware Siri auf iPhone und iPad vorerst nicht in der Europäischen Union verfügbar zu machen.
Wann die Funktionen in der EU verfügbar sein werden, ist nicht bekannt. Apple hat derzeit „keinen Zeitplan für die Verfügbarkeit von Siri AI in der EU in iOS und iPadOS“, schreibt der Konzern.
- iOS 26.5.1 ist da: Apple behebt nervigen Ladefehler beim iPhone
- 50 Jahre Apple: Der unglaubliche Aufstieg des Garagenkonzerns
Auf den kommenden Betriebssystemen für Mac-Computer und mit der Computer-Brille Vision Pro werden auch europäische Nutzer auf Siri AI zugreifen können, weil Apple in diesen Segmenten nicht als „Gatekeeper“ mit viel Marktmacht eingestuft wurde.
Apple habe der Kommission die Risiken eines „wirklich uneingeschränkten“ Zugangs von Assistenten anderer Anbieter zum gesamten Betriebssystem und allen Informationen erklärt, sagte Marketingchef Greg Jozwiak. „Aber sie haben unsere Bedenken komplett zurückgewiesen.“
EU-Kommission lehnt Vorschlag von Apple ab
Das EU-Digitalgesetz DMA (Digital Markets Act) schreibt unter anderem vor, dass als Gatekeeper eingestufte Unternehmen Konkurrenzdiensten den gleichen Zugang zu ihren Plattformen bieten müssen wie ihren eigenen Diensten. Apple habe bereits im vergangenen Jahr einen konkreten Vorschlag für eine technische Lösung vorgelegt, mit der aus Sicht des Konzerns die Zugangsanforderungen erfüllt und zugleich der Datenschutz gewahrt worden wäre, so Jozwiak. Die Kommission habe ihn jedoch abgelehnt, ohne sich damit auseinanderzusetzen.
Laut Apple ist die neue KI-Siri sei so datenschutzfreundlich umgesetzt, dass der Konzern selbst dabei keinen Zugriff auf die Informationen der Nutzer bekomme. Der Apple-Vorschlag für andere Anbieter sieht demnach einen ähnlichen Mechanismus vor, sodass externe KI-Modelle zwar Anfragen der Nutzer erfüllen, aber nicht deren Daten behalten könnten. Dieser Plan sei weiterhin auf dem Tisch.
Nützlich durch Personalisierung
Apple stellte die neue Siri mit Künstlicher Intelligenz am Montag auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz WWDC vor. Die Software soll sich von anderen KI-Angeboten dadurch abheben, dass sie besonders tief ins Leben der Nutzer eingebettet ist.

Ein Beispiel für eine Frage, die die neue Siri laut Apple beantworten kann: „Wie hieß der Podcast, den mir meine Schwester neulich empfohlen hat?“ Für eine richtige Antwort muss die Software etwa Zugriff auf die betreffenden E-Mails und Textnachrichten haben, diese korrekt auswerten – und auch wissen, wer in den Kontakten die Schwester ist. Ein weiterer Vorteil, viele Funktionen „aus einer Hand“ zu erhalten: Danach kann man Siri auch gleich bitten, den Podcast abzuspielen.
