Verfahren nach Pleite von „Zoo Zajac“

Millionen-Prozess nach Aus für „Supermarkt der Tiere“

17.05.2026 – 15:21 UhrLesedauer: 2 Min.

In großen Hallen im Duisburger Norden bot Zoo Zajac tausende Tierarten zum Verkauf an. (Archivbild) (Quelle: Christoph Reichwein/dpa/dpa-bilder)

„Zoo Zajac“ in Duisburg war mehr als ein Fachhandel. Der Laden galt als die größte Zoohandlung der Welt. Nun hat das bittere Aus ein Nachspiel vor Gericht.

Er war weit über das Ruhrgebiet hinaus bekannt: Norbert Zajac. Auf Youtube erreichten seine Videos Hunderttausende. Seine Zoohandlung in Duisburg galt als „Supermarkt der Tiere“. Die Ladenfläche in einer alten Industriehalle umfasste rund 13.000 Quadratmeter. Laut dem Guiness-Buch der Rekorde war das Geschäft die größte Zoohandlung der Welt.

Doch ist Größe nicht alles. Ende 2024 rutschte „Zoo Zajac“ in die Insolvenz. Die Pleite beschäftigt jetzt die Justiz in Nordrhein-Westfalen. Nach Informationen der „Rheinischen Post“ soll das Verfahren im kommenden Monat eröffnet werden.

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Norbert Zajac war bereits 2022 überraschend im Alter von 67 Jahren gestorben. Bei dem Verfahren vor Gericht geht es um einen Investor und um einen entscheidenden Passus im Insolvenzrecht. Demnach müssen Geschäftsführer bei Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung sofort einen Insolvenzantrag stellen.

Norbert Zajac (1955-2022) posiert mit einer Schlange (Archivbild): Der Tierhändler wurde in der Familie „Indiana Jones vom Ruhrpott“ genannt. (Quelle: picture alliance / dpa/dpa-bilder)

Zajac hatte einen Investor aus Bayern an Bord geholt. Die Justiz wirft dem Mann vor, noch 2024 Millionenbeträge ausgegeben zu haben, obwohl die finanziell prekäre Lage der Zoohandlung bekannt gewesen sei. Der Investor weist die Vorwürfe zurück. Er ließ mitteilen, es sei bei den Millionen-Ausgaben um „Maßnahmen zur operativen Verbesserung und Kostensenkung“ gegangen. Nun muss die Justiz entscheiden.

Das Geschäft ist längst abgerissen

Zajac hatte Anfang des Jahrhunderts seine kleine Zoohandlung in Duisburg in eine alte Industriehalle verlegt und nach und nach ausgebaut. Mehr als fünfhundert Terrarien, tausend Aquarien und Dutzende Kleintiergehege zogen in das Gebäude ein. Sein Bruder nannte Zajac nur den „Indiana-Jones vom Ruhrpott“. Tierschützer sahen vor allem seinen Handel mit Welpen kritisch.

Doch bleibt vom Vermächtnis wenig über. 2024 rutsche „Zoo Zajac“ in die Insolvenz. Im März vergangenen Jahres machte das Geschäft endgültig dicht. Die alte Halle in Duisburg ist längst abgerissen. An ihrer Stelle soll etwas anderes entstehen: ein Parkplatz.

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