Vor drei Jahren hat der Eigentümerverband Haus und Grund besonders laut gegen das sogenannte Heizungsgesetz protestiert. Jetzt wird das Gesetz abgeschafft. Der Verband ist trotzdem nicht zufrieden.

Als die Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) im Februar 2023 bekannt wurde, war es der Eigentümerverband Haus und Grund, der besonders mit seiner Kritik hervorstach. Manch einer sagt heute, dass der Verband und sein Präsident Kai Warnecke diejenigen waren, die dem Gesetz seinen Namen gaben: Heizungsgesetz.

Jetzt, drei Jahre später, will die schwarz-rote Koalition mit dem alten GEG aufräumen. Dazu hat sie ein neues Gesetz, das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) auf den Weg gebracht. Dieses neue Gesetz erlaubt es Eigentümern wieder, auch fossile Heizungen, die mit Öl und Gas betrieben werden, einzubauen. Wer das in einer vermieteten Immobilie tut, muss sich allerdings an den Betriebskosten für diese Heizung beteiligen.

Über das neue Gesetz hat t-online nun mit Kai Warnecke im Interview gesprochen. Er erklärt, warum das GModG nicht viel besser als das GEG ist, wie der Staat mehr Bewegung in der Wärmewende bewirken kann – und warum der Normenkontrollrat mit seiner Kritik am neuen Gesetz recht hat.

t-online: Herr Warnecke, das neue Gebäudemodernisierungsgesetz wurde jetzt im Kabinett beschlossen. Vor drei Jahren haben Sie die Ampelregierung für das „Heizungsgesetz“ scharf kritisiert. Sind Sie jetzt glücklicher?

Kai Warnecke: Nein. Damals wie heute kritisieren wir vor allem technologische Vorgaben, die für Millionen Eigentümer mit unverhältnismäßig hohen Kosten verbunden sind, ohne dass sie einen echten Vorteil für die Klimaneutralität 2045 bringen. Damals war das die 65-Prozent-Regelung für erneuerbare Energien, heute ist das der Mieterschutz, der Eigentümer für den Einbau einer neuen Gas- oder Ölheizung bestraft. Dabei weiß doch jeder: Wer heute noch eine neue Gasheizung einbaut, macht das nur, weil er keine andere Wahl hat.

Sie glauben also, dass die meisten Eigentümer sich ohnehin für die klimafreundliche Heizung entscheiden würden?

Genau. Wer heute eine Gasheizung einbaut, muss damit rechnen, sie in wenigen Jahren wieder ersetzen zu müssen. Das ist weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll. Eine neue Gasheizung kostet schnell 15.000 bis 20.000 Euro. Eine Wärmepumpe liegt bei 30.000 bis 40.000 Euro, je nach Zustand des Hauses. Kein Eigentümer will freiwillig diese Summen ausgeben – und das dann noch doppelt, weil sie beim ersten Mal die fossile Heizung gewählt haben? Nein, so blöd sind die Menschen nicht. Es bedarf keines Zwangs.

Sie haben aber eben gesagt, manche Eigentümer würden trotzdem eine neue Gasheizung einbauen. Weil sie keine Wahl hätten.

Richtig, das ist bei den Gasetagenheizungen der Fall. Für die gibt es heute keine wirkliche Alternative.

Das ist nicht ganz richtig. Es gibt schon erste Etagenwärmepumpen, da wird es bestimmt bald mehr geben.

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