Spart Gewicht und Platz
Aus dieser Campingausstattung können Sie die Luft herauslassen
29.08.2026 – 12:24 UhrLesedauer: 4 Min.

Eine Küche zum Aufpumpen und ein Bett, das sich teilen lässt: VW zeigt für den Multivan einen ungewöhnlichen Campingausbau. Worin die Vorteile liegen sollen.
Aufblasbare Möbel? Da werden Erinnerungen an die frühen 2000er-Jahre wach: transparente Sessel mit überschaubarem Sitzkomfort oder Luftmatratzen, auf denen man beim Zelten morgens verdächtig nah am Boden aufwachte. Dass Luft als tragendes Element auch besser und zuverlässiger funktionieren kann, zeigen Volkswagen Nutzfahrzeuge und das junge Allgäuer Unternehmen Stuff Bubble auf dem Caravan Salon in Düsseldorf. Für den Van gibt es hier ein Küchenelement und ein Bett zu sehen, die durch luftgefüllte Elemente stabilisiert werden.
Der Gedanke dahinter: Wer nur gelegentlich im Van übernachtet, muss nicht das ganze Jahr einen schweren Campingausbau mit sich herumfahren. Noch handelt es sich bei den speziell für VW entwickelten Modulen um sogenannte Konzeptstudien: Auf dem Caravan Salon wollen Volkswagen Nutzfahrzeuge und Stuff Bubble Rückmeldungen der Besucher sammeln, um 2027 die ersten serienreifen Exemplare auszuliefern. Wie es heißt, soll es künftig auch eine entsprechende Ausstattung für den elektrischen ID. Buzz geben, der künftig auch zum Camper wird.
Vom Gleitschirm zum Campingmöbel
Hinter Stuff Bubble stehen zwei Gründer aus dem Allgäu, die ursprünglich aus dem Gleitschirmsport kommen. Dort spielen leichte Textilkonstruktionen eine wichtige Rolle. Dieses Prinzip überträgt das Unternehmen auf Campingmöbel. Es bietet bereits aufblasbare Küchen und Betten für andere Kastenwagen an. Diese müssen nicht speziell ins Fahrzeug eingehängt werden, sondern können hineingestellt werden.

Der Kontakt zu Volkswagen entstand Anfang des Jahres. Auf der Tourismusmesse CMT 2026 in Stuttgart präsentierte Stuff Bubble seine Produkte erstmals einem größeren Messepublikum. Dort wurde Volkswagen Nutzfahrzeuge auf das Unternehmen aufmerksam. Aus dem Kontakt entstand innerhalb von knapp zwei Monaten ein System, das speziell auf Multivan und California Beach zugeschnitten ist. Statt eines dauerhaften Einbaus fahren die Module nur dann mit, wenn sie gebraucht werden.
Vier Luftstützen tragen einen Schrank
Statt eines festen Korpus stabilisieren vier aufblasbare Stützen die Schrankelemente, deren Umhüllung aus einem wasserfesten Stoff besteht. Jedes Element besitzt ein eigenes Ventil und lässt sich mit einer handelsüblichen Luftpumpe aufpumpen. Nach Angaben von Stuff Bubble soll der Druck anschließend etwa eine Woche halten, ohne dass nachgepumpt werden muss.
Auch die Schranktüren bestehen aus Stoff. Zwei stabile Bänder führen die Türen oben und unten, geschlossen werden sie von Magneten. Und die packen kräftig zu: Beim ersten Öffnen zieht man beinahe etwas zu vorsichtig, weil der Widerstand größer ist, als man es von einer Stofftür erwarten würde.
Die darüber liegenden Küchenplatten werden dort eingehängt, wo sich normalerweise die Gepäckablage befindet. Die Schränke selbst bieten unter anderem Platz für Töpfe und einen Campingkocher. Zur Wasserversorgung gehören zwei Beutel für Frisch- und Abwasser mit jeweils 10 Litern Volumen. In den Teilen steckt einiges an Handarbeit. Die maßgefertigten Platten werden nach Angaben von Stuff Bubble von einem Fachmann in Österreich gefertigt.