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Politik

Bas stellt Einigung auf Attestpflicht ab erstem Tag infrage

wochentlich.deBy wochentlich.de29 August 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Nach Kompromiss mit Union

Bas stellt Einigung auf Attestpflicht ab erstem Tag infrage

Aktualisiert am 29.08.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 3 Min.

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Bundesarbeitsministerin Bas macht keinen Hehl daraus, dass sie keine Anhängerin der geplanten Pflicht zur sofortigen Krankschreibung ist. (Archivbild) (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Die geplante Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag geht auf einen Wunsch der Union zurück. Arbeitsministerin Bas äußert Zweifel am Sinn der Regelung und eckt damit beim Koalitionspartner an.

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas stellt die Pläne der schwarz-roten Koalition zur Einführung einer verpflichtenden Krankschreibung ab dem ersten Tag infrage. Kurz nach der Kabinettsklausur in Neuhardenberg sagte die SPD-Vorsitzende der Funke Mediengruppe: „Ich bin koalitionstreu, aber wir sollten uns schon nochmal fragen, ob das sinnvoll ist.“

Mit Ausnahmeregelungen könne man die Probleme, die sie in dem Vorhaben sehe, nicht wirklich lösen. „Es soll etwa eine Ausnahme für tarifgebundene Unternehmen geben, die andere Regelungen haben. Wenn ich eine Pflicht einführe und anschließend 95 Ausnahmen reinschreibe, stellt sich die Frage, ob man das überhaupt noch braucht“, sagte Bas.

Sozialpolitiker der Unionsfraktion verweist auf Gesamtpaket

In der Unionsfraktion gibt es jedoch keine Bereitschaft, den vereinbarten Kompromiss noch einmal grundsätzlich neu zu verhandeln. Der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, Marc Biadacz, verweist auf die Ergebnisse des Kabinettstreffens und die am Freitag beendete Klausurtagung der Koalitionsfraktionen.

„Mit den Klausuren in Neuhardenberg und in Münster haben die Regierung und die sie tragenden Fraktionen sich inhaltlich klar positioniert, um Deutschland zu modernisieren und für wirtschaftlichen Aufschwung zu sorgen – auch über grundlegende Reformen des Sozialsystems“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. „Das Gesamtpaket zur Rente steht – so sollte es nun auch verabschiedet werden“, fügte der CDU-Politiker hinzu. „Vergleichbares gilt für die Krankschreibung ab dem ersten Tag.“

Dazu habe die Koalition eine Vereinbarung getroffen, die nun flexibel und praxistauglich gestaltet werden müsse. Dazu zählten aus seiner Sicht auch die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes mit Maßnahmen wie der Verlängerung von sachgrundlosen Befristungen, besseren Abfindungsoptionen oder steuerlichen Anreizen für Zuschläge an Sonn- und Feiertagen.

Radtke kritisiert „Dauerkakophonie“

Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels, Dennis Radtke, reagierte empört auf die Äußerungen von Bas. Er sei auch nicht von allen Verabredungen der Koalition restlos begeistert, sagte er dem „Kölner Stadt-Anzeiger“, „aber was man gemeinsam entscheidet, sollte man auch gemeinsam vertreten“. Im Fall der Krankschreibung bestehe im Gesetzgebungsverfahren zudem noch die Möglichkeit, Details zu regeln. Er sagte: „Dauerkakophonie bringt weder das Land noch die Koalition nach vorne.“

ArbeitsunfähigkeitsbescheinigungVergrößern des Bildes
Kern des Vorhabens ist eine Nachweispflicht ab dem ersten Krankheitstag. (Symbolbild) (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa/dpa-tmn/dpa-bilder)

Die SPD-Chefin verwies im Gespräch mit der Funke Mediengruppe darauf, dass die Pflicht zur Krankschreibung ab dem ersten Tag mit einer Termingarantie bei Fachärzten und der Schlaganfallvorsorge gekoppelt sei. „Das ist der Kompromiss, der ein Gesamtpaket ist.“ Auf den Hinweis, das Primärversorgungskonzept des Gesundheitsministers, das für die Termingarantie nötig wäre, werde aber noch dauern, antwortete die Arbeitsministerin, das liege nicht in ihrer Hand.

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