Ausflugstipp zu Pfingsten

Eine Stunde von Aachen: Hier liegt ein Stück Mittelalter


Aktualisiert am 19.05.2026 – 22:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Das Dorf Reifferschhiedt mit der Kirche St. Mathias (Archivfoto): Das Dorf wurde deutschlandweit ausgezeichnet. (Quelle: IMAGO)

Die Burgruine Reifferscheid in Hellenthal ist ein Relikt aus früheren Zeiten und fast 1.000 Jahre alt. Zu Pfingsten lohnt sich eine Wanderung durch den Ort und die Region.

Das Matthiastor, ein mittelalterliches Stadttor mit zwei flankierenden Türmen, empfängt Besucher, die zu Pfingsten einmal etwas Besonderes erleben wollen, in Reifferscheid. Schon beim Betreten des Ortes vermittelt es einen Eindruck davon, was das kleine Eifeldorf so besonders macht: In dem Wahrzeichen steckt nahezu ein Jahrtausend Geschichte.

Die Ruine der Burg Reifferscheid befindet sich im Ortsteil Hellenthal, etwa 50 Kilometer südlich von Aachen. Besonders in den Frühlings- und Sommermonaten ist sie ein beliebtes Ausflugsziel für einen Tagestrip. Obwohl in Reifferscheid nur rund 500 Menschen leben, hat die beeindruckende Ruine den kleinen Ort weit über die Region hinaus bekannt gemacht.

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Blick auf Osttor der Burg Reifferscheid in der Eifel (Archivfoto): Der Ort hat eine bewegte Geschichte. (Quelle: Imago/imageBROKER/Frank Schneider)

Hinter dem gepflegten Erscheinungsbild des Ortes steckt das jahrzehntelange Engagement der Dorfgemeinschaft: Seit vielen Jahren setzt sie sich für den Erhalt ihrer Ruine ein – und wurde dafür bereits mehrfach ausgezeichnet.

Beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ etwa holte Reifferscheid im Jahr 1991 Gold auf Landesebene und Silber auf Bundesebene. 2008 sicherte sich der Ort unter dem neuen Wettbewerbsnamen „Unser Dorf hat Zukunft“ erneut eine Silberauszeichnung – dieses Mal im NRW-weiten Vergleich.

Die Kirche St. Mathias neben Fachwerkhäusern in Reifferscheid (Archivfoto): Das Dorf wurde deutschlandweit ausgezeichnet. (Quelle: imageBROKER/Justus de Cuveland/imago)

Frühlings-Ausflug ab Aachen: Die Geschichte von Reifferscheid

Das Mathiastor mit seinen zwei Türmen empfängt Besucher als erstes Highlight der Burgruine, die bereits im Jahr 1106 erstmals urkundlich erwähnt wurde. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Pfarrkirche St. Mathias, die auf einer Höhe von mehr als 400 Metern majestätisch über dem Ortskern thront und von zahlreichen historischen Gebäuden sowie charakteristischen Fachwerkhäusern umgeben ist. Wer die Burgruine besuchen möchte, kann den eigens dafür angelegten Parkplatz direkt vor der Anlage nutzen.

Hinter den Burgmauern verbirgt sich eine bewegte Vergangenheit: Über viele Jahre hinweg war die Anlage zahlreichen Belagerungen ausgesetzt – unter anderem durch die Truppen der Erzbischöfe von Jülich, Lüttich und Köln. Erst im 15. Jahrhundert gelang es der Familie von Reifferscheid, die Herrschaft über die Burg zurückzugewinnen. Später diente sie dem Adelsgeschlecht Salm-Reifferscheid als Stammsitz. Im Jahr 1669 fiel die Burg einem verheerenden Brand zum Opfer und wurde anschließend wieder aufgebaut.

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