Ungewöhnliche Wohnidee aus Bremen
Minihäuser aus Windradschrott: Designer überzeugt Experten
06.05.2026 – 12:02 UhrLesedauer: 2 Min.
Wohnraum ist knapp, da zählt jede Idee, den Mangel zu bekämpfen. Ein Bremer Student verfolgt ein futuristisches Konzept – und überzeugt damit immer mehr Experten.
Was passiert mit alten Windrädern, wenn sie ausgedient haben? Der Bremer Industriedesigner Leon Butt hat darauf eine ungewöhnliche Antwort gefunden: Er will aus Teilen stillgelegter Windkraftanlagen futuristische Tiny Houses bauen. Für seine Idee wurde der 26-Jährige nun mit dem Frese Designpreis 2026 ausgezeichnet.
Im Mittelpunkt seines Konzepts stehen sogenannte Nabenabdeckungen – also die großen Verkleidungen an der Front von Windrädern, an denen die Rotorblätter befestigt sind. Die Bauteile bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) und landen nach 20 bis 25 Jahren meist im Müll. Genau das hält Butt für ein Problem.
„Es gibt in Deutschland zu viel Müll“, sagte der Designer im Gespräch mit „buten un binnen“. Bis 2040 könnten laut Umweltbundesamt rund 430.000 Tonnen GFK-Sondermüll aus Windkraftanlagen anfallen. Dabei sei das Material „auch nach 25 Jahren noch sehr gut“, sagte Butt.
Seine Idee: Aus den runden Verkleidungen sollen kleine Häuser entstehen – mit Küche, Bad, Schlafbereich und Photovoltaikanlage. Die weißen, kuppelförmigen Gebäude erinnern optisch an Iglus und könnten unterschiedlich genutzt werden: als Ferienhaus nahe eines Windparks, als Unterkunft auf Campingplätzen oder als Studentenwohnung.
Besonders interessant dürfte für viele der Preis sein. Nach Berechnungen des Designers würde ein solches Gondelhaus rund 35.000 Euro kosten – Anschlüsse an Wasser- und Abwassernetze ausgenommen. Damit wären die Häuser günstiger als viele klassische Tiny Houses.
Bislang existiert allerdings nur ein Modell im Maßstab 1:10. Einen bewohnbaren Prototyp gibt es noch nicht. Butt sucht deshalb derzeit Investoren, die das Projekt unterstützen oder eine spätere Serienproduktion ermöglichen könnten.
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