Rassismus-Vorwürfe

Strandbad-Betreiber rudert bei kontroverser Einlassregel zurück

29.06.2026 – 03:27 UhrLesedauer: 2 Min.

Menschen Baden in einem See (Symbolbild): Das Heidebad in Halle hat eine umstrittene Einlassregel zurückgenommen. (Quelle: Holger John/imago)

Der Betreiber des Heidebads in Halle wollte nur noch deutschsprachige Gäste einlassen. Nach einem Gespräch mit der Stadt gibt es nun eine neue Lösung.

Der Betreiber des Heidebads in Halle, Mathias Nobel, hat seine umstrittene Einlassregel zurückgenommen. „Ich werde mehrsprachige Hinweistafeln zu den im Heidebad geltenden Regeln installieren“, sagte Nobel laut einem Bericht des MDR. Er sei gespannt, ob mehrsprachige Hinweise zu weniger Regelverstößen führen werden.

Das Strandbad hatte vergangene Woche mitgeteilt, nur noch Personen mit ausreichenden Deutschkenntnissen den Zutritt zu gewähren. Das Bad begründete dies mit Sicherheitsbedenken. „Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können“, hieß es von Betreiber Nobel.

Nobel will Regeln „sehr konsequent“ durchsetzen

Die Ankündigung löste bundesweite Kritik aus. Die Stadt Halle forderte die Rücknahme der Entscheidung. Wie der Stadtsprecher von Halle, Drago Bock, mitteilte, würde das Vorgehen als „ausländerfeindlich“ wahrgenommen und den Ruf der Stadt schädigen. Zudem verstoße die Regel gegen die vertraglich vereinbarte Wohlverhaltenspflicht. Halle beruft sich dabei auf den Betreibervertrag, der zwischen Halle und dem Bad geschlossen wurde. Demnach hätten die Pächter zu berücksichtigen, dass ein Zugang zum Bad für die Allgemeinheit gewährleistet sein muss.

Nobel wies Rassismus-Vorwürfe laut MDR von sich. In Gesprächen mit Stadtvertretern, darunter dem parteilosen Oberbürgermeister Alexander Vogt, habe er klargemacht, dass das Heidebad für jeden offen sei – vorausgesetzt, man halte sich an die Regeln. Diese wolle er künftig „sehr konsequent“ durchsetzen. Ob ein Regelverstoß vorliege, hänge dabei nicht von den Sprachkenntnissen des Gastes ab, betonte Nobel.

Eine für Samstag geplante Protestkundgebung vor dem Heidebad hat der Verein „ROSA“ nach mehreren Gesprächen mit dem Betreiber abgesagt.

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