Heeresinspekteur warnt
„Wir müssen in einen anderen Modus schalten“
03.09.2026 – 00:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Bundeswehr muss mit „Höchstgeschwindigkeit“ modernisiert werden, fordert Christian Freuding. KNDS-Chef Hohenwarter warnt vor hybriden Angriffen.
Der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, fordert angesichts der russischen Bedrohungen mehr Tempo beim Ausbau der Bundeswehr. „Wir müssen in einen anderen Modus schalten. Wir brauchen dringend die Erhöhung von Kapazitäten“, sagte er der „Landeszeitung für die Lüneburger Heide“, die Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ist.
Einen möglichen Angriff müsse Deutschland verhindern können, „indem wir zum frühestmöglichen Zeitpunkt militärische Stärke demonstrieren, die glaubwürdig abschreckt. Daher brauchen wir Höchstgeschwindigkeit“, sagte Freuding. „Der Feind wartet nicht auf unsere Fertigmeldung. Je früher der Krieg in der Ukraine endet – und das wünschen wir uns alle –, desto früher werden die russischen Streitkräfte zum Angriff fähig sein.“
Zur Umstrukturierung der Bundeswehr zähle zudem nicht nur die technologische Innovation, sondern auch die Weiterbildung des Personals. „Ich will, dass wir, wenn wir uns jetzt neu strukturieren, an Kampfkraft und an Einsatzwert gewinnen“, sagte Freuding. In der Ausbildung gebe es beispielsweise schon jetzt einen Basiskurs zur Drohnenbedienung. „Das muss jeder lernen, muss jeder können“, sagte er.
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KNDS-Chef: „Ganz Deutschland wird ausgespäht“

Auch aus der Wirtschaft kommen Rufe nach Maßnahmen gegen russische Aktivitäten, vor allem bei der hybriden Kriegsführung. Florian Hohenwarter, Chef des Rüstungskonzerns KNDS, warnt vor hybriden Bedrohungen für die deutsche Wirtschaft. „Ganz Deutschland wird ausgespäht“, sagte der Deutschlandchef des Panzerbauers KNDS im Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“. Deutschland müsse sich deshalb stärker auf solche Gefahren einstellen, betonte Hohenwarter. „Uns als Gesellschaft muss endlich bewusst werden, dass wir uns in einer kritischen Situation befinden.“
Innerhalb kürzester Zeit hatte es in dieser Woche sowohl einen Angriff auf die Stromversorgung des Umspannwerks Turnow-Preilack in Südbrandenburg als auch eine Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln gegeben. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die womöglich bereits vor längerer Zeit dort installiert worden waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind. Eine Verbindung zu Russland ist bislang nicht bestätigt worden.