Saison 2026
Pilze sammeln in Berlin: So stehen die Chancen
Aktualisiert am 02.09.2026 – 20:30 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Trockenheit hat die Pilzsaison in Berlin und Brandenburg ausgebremst. Wie viel es in den nächsten Wochen regnet, entscheidet über die Herbstsaison.
Die Sommerpilzsaison in Berlin und Brandenburg ist nach Angaben des BUND wegen anhaltender Trockenheit schwach verlaufen. Sichtbare Fruchtkörper blieben vielerorts aus – verschwunden sind die Pilze deshalb aber nicht.
Das Myzel, das fadenförmige Geflecht der Pilze, ist laut BUND weiterhin im Boden oder im Holz vorhanden. Nach ausreichenden Niederschlägen könnten vielerorts wieder Fruchtkörper erscheinen. Wie sich die Herbstsaison entwickelt, hängt nach Einschätzung der Experten davon ab, wie viel es in den kommenden Wochen regnet.
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Nicht alle Pilzgruppen sind gleich betroffen. Einige könnten sogar von der Trockenheit profitieren, weil mehr geschädigtes und abgestorbenes Holz neue Lebensräume und Nahrung biete.
Pilze sammeln in Berlin: Orte und Regeln
Das Sammeln von Pilzen ist in Berlin nur in kleinen Mengen für den Eigenbedarf erlaubt. In Schutzgebieten gilt ein klares Verbot. Und auch sonst gibt es Regeln, die man kennen sollte.

Häufig giftige Pilze in Berlin und Brandenburg
Diese Arten sehen essbaren Pilzen oft zum Verwechseln ähnlich – im Zweifel niemals probieren, sondern nur nach eindeutiger Bestimmung verzehren:
Grüner Knollenblätterpilz – hochgiftig, wird oft mit Champignons oder Täublingen verwechselt.
Pantherpilz – ähnelt essbaren Perlpilzen, enthält aber gefährliche Giftstoffe.
Gallenröhrling – bitterer Doppelgänger des Steinpilzes, ungenießbar.
Satansröhrling – auffälliger Pilz mit rotem Stiel, stark giftig.
Gift-Häubling – kleine Art, die Stockschwämmchen ähnelt, aber tödlich sein kann.
Grundregel: Nur Pilze essen, die zweifelsfrei bestimmt wurden. Im Zweifel Beratung nutzen oder auf den Verzehr verzichten.
Die Berliner Forsten erinnern regelmäßig daran, dass in Naturschutzgebieten das Sammeln in der Regel verboten ist. Dort gilt außerdem ein strenges Wegegebot – Wege dürfen nicht verlassen werden. Wer in beliebten Stadtwäldern wie dem Grunewald oder dem Köpenicker Forst unterwegs ist, sollte daher vorher im Geoportal oder in den Karten der Forsten prüfen, wo Schutzgrenzen verlaufen. Verstöße können als Ordnungswidrigkeiten geahndet werden. Manche Pilze dürfen generell nicht gesammelt werden.
Auch erfahrene Sammler können essbare und giftige Pilze nicht immer eindeutig unterscheiden. Im Botanischen Garten Berlin bieten ausgebildete Pilzsachverständige an bestimmten Tagen im September kostenlose Beratungen an. Zudem listet die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) zertifizierte Sachverständige in Berlin. Bei Vergiftungsverdacht hilft der Giftnotruf Berlin unter 030 19240. Grundregel: Nur Pilze essen, die eindeutig bestimmt wurden.
Sammelorte für Pilze: Wälder vor der Haustür
- Tegeler und Spandauer Forst (Reinickendorf/Spandau)
- Grunewald (Zehlendorf/Charlottenburg-Wilmersdorf): Großes Stadtwaldgebiet, gut mit dem ÖPNV erreichbar; einige Teilflächen sind Naturschutzgebiete, daher unbedingt auf das Wegegebot achten.
- Köpenicker Forst/Müggelberge (Treptow-Köpenick): Vielseitige Waldflächen mit Lehrkabinett und Waldschule, teilweise Schutzgebiete.
- Naturpark Barnim (nördliches Umland): Weitläufige Waldgebiete mit Besucherzentren und klaren Verhaltensregeln.
Wichtige Hinweise
Die Waldbrandgefahrenstufe für Berlin und Brandenburg wird täglich aktualisiert und vom Landwirtschaftsministerium Brandenburg (MLUK) veröffentlicht. Bei Stufe 4 oder 5 können Wälder kurzfristig gesperrt werden. Vor der Anreise sollten daher unbedingt die aktuellen Warnmeldungen geprüft werden.