Cholesterin-Experiment

Harvard-Student isst 720 Eier – mit überraschendem Ergebnis

Aktualisiert am 15.10.2025 – 08:11 UhrLesedauer: 3 Min.

Ein gebratenes Ei: (Quelle: IMAGO/imago)

Medizinstudent Nick Norwitz wollte wissen, ob Eier den Cholesterinspiegel wirklich in die Höhe treiben. Einen Monat lang aß er 24 Eier pro Tag.

Viele Menschen gehen mit Eiern sparsam um, gelten diese doch als Cholesterinbomben. Denn in einem Hühnerei stecken rund 200 Milligramm Cholesterin – das sind rund doppelt so viel wie in einem Steak oder Schnitzel. Experten berichten jedoch: Die Rolle des Hühnereies für den Cholesterinstoffwechsel wird überschätzt.

Der Harvard-Doktorand Nick Norwitz wollte genau das testen und startete ein extremes Selbstexperiment: 720 Eier in 30 Tagen, also rund 24 Eier täglich. Das Ergebnis überraschte selbst ihn – sein sogenanntes schlechtes Cholesterin sank um 18 Prozent.

Norwitz, der an der Harvard Medical School Medizin studiert und zuvor an der Universität Oxford über menschlichen Gehirnstoffwechsel promovierte, dokumentierte das Experiment auf YouTube. Seine Hypothese: Trotz einer enormen Aufnahme von Cholesterin – rund 133.000 Milligramm in einem Monat – werde sein Cholesterinwert nicht steigen.

„Ich habe vermutet, dass 720 Eier meinen Cholesterinspiegel nicht erhöhen würden. Und – sie taten es nicht. Nicht ein bisschen“, sagte Norwitz nach seinem Experiment. Messungen ergaben: Während seiner normalen Ernährung lag sein LDL-Wert bei etwa 90 mg/dl. Nach vier Wochen Eier-Diät sank er um fast ein Fünftel.

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Stoff, der beispielsweise an der Bildung zahlreicher Hormone beteiligt ist. Er steckt ausschließlich in tierischen Fetten, wird aber auch im menschlichen Körper hergestellt. Im Blut ist Cholesterin an Eiweiße gebunden und kommt in zwei Varianten vor: das sogenannte LDL-Cholesterin, das auch als „schlechtes“ Cholesterin bezeichnet wird und das „gute“ HDL-Cholesterin.

Steigt die Konzentration des schädlichen LDL-Cholesterins zu stark an und der Gesamtcholesterinspiegel über 200 mg/dl, können sich Ablagerungen in den Blutgefäßen bilden. Diese führen im schlimmsten Fall zu Herz-Kreislauf-Krankheiten wie zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Ein gesunder Mensch hat etwa 140 Gramm Cholesterin im Körper.

Norwitz blieb während des Experiments bei seiner ketogenen Diät – reich an Fleisch, Fisch, Käse, Joghurt, Olivenöl, Nüssen und dunkler Schokolade. Eier verzehrte er in allen Varianten: gekocht, gebraten, als Omelette oder gefüllt. Dazu trainierte er rund eine Stunde pro Woche Calisthenics, also Körpergewichtsübungen wie Liegestütze oder Klimmzüge.

Zur Halbzeit des Experiments begann er, etwa 60 Gramm Kohlenhydrate pro Tag zu essen – hauptsächlich aus Bananen, Blaubeeren und Kirschen. Diese Umstellung habe, so Norwitz, zur weiteren Senkung seines LDL beigetragen: „Die zusätzliche Dosis Kohlenhydrate dominierte über die verrückten Mengen an Cholesterin, die ich aufnahm.“

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