Nach Evakuierung eines Kreuzfahrtschiffs

Zweiter bestätigter Hantavirus-Fall in Spanien


Aktualisiert am 25.05.2026 – 23:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Passagier der „MV Hondius“ wird bei Ankunft in Teneriffa desinfiziert. (Archivbild) (Quelle: REUTERS/dpa-bilder)

Auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ kam es zu einem gefährlichen Hantavirus-Ausbruch. Nun hat Spanien einen zweiten bestätigten Infektionsfall gemeldet.

In Spanien ist ein zweiter Fall der Ansteckung mit dem Hantavirus bestätigt worden. Ein in Quarantäne befindlicher Passagier des Kreuzfahrtschiffs „Hondius“ wurde positiv auf das Virus getestet, wie das spanische Gesundheitsministerium am Montag mitteilte. Der neue Fall „ändert nichts am Grad des Risikos für die allgemeine Bevölkerung“, versicherte das Ministerium.

Der Patient wurde den Angaben zufolge inzwischen in eine Hochisolierstation im Militärkrankenhaus Gómez Ulla verlegt. Ein anderer spanischer Passagier war bereits kurz nach dem Verlassen des Schiffs positiv auf das Hantavirus getestet worden. Insgesamt 14 spanische „Hondius“-Passagiere waren nach der Evakuierung des Schiffs in das Militärkrankenhaus in Madrid eingeliefert worden.

Zu dem Ausbruch des gefährlichen Virus war es während einer Reise der „Hondius“ von der Südspitze Argentiniens zu den Kapverden gekommen. Drei Passagiere starben, darunter eine Deutsche.

Die spanischen Behörden hatten die vor rund zwei Wochen erfolgte Evakuierung der „Hondius“ ermöglicht, indem sie das Schiff vor der Kanareninsel Teneriffa ankern ließen. Dort wurden dann Passagiere und Besatzungsmitglieder von Bord geholt. Wegen der langen Inkubationszeit und des potenziell tödlichen Verlaufs von Hantavirus-Infektionen werden die Betroffenen seither isoliert und medizinisch überwacht.

WHO spricht von zwölf möglichen Infektionsfällen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilte am Samstag mit, dass ihr seit dem Hantavirus-Ausbruch an Bord des Kreuzfahrtschiffs insgesamt zwölf bestätigte oder vermutete Infektionsfälle gemeldet worden seien. Zwei Verdachtsfälle gab es auch in Deutschland. Die betroffenen Personen. wurden in einer Münchner Klinik isoliert betreut und durften mittlerweile zur Quarantäne nach Hause. Sie zeigten nach Angaben der Behörden bislang keine Symptome.

Die Niederlande hätten einen Fall bei einem Besatzungsmitglied bestätigt, das sich bereits in den Niederlanden in Isolation befunden habe, hieß es zudem vom Chef der WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus. Das positiv getestete Besatzungsmitglied wurde sicherheitshalber in ein Krankenhaus gebracht, wie die niederländischen Gesundheitsbehörden mitteilten. Dort befindet es sich auf einer Isolierstation.

Hantaviren verursachen schwere Atemwegserkrankungen, eine Impfung gibt es nicht. Üblicherweise verbreiten sich die Viren über Urin, Kot und Speichel infizierter Nagetiere.

Bei dem Virusstamm, der sich auf der „Hondius“ verbreitete, handelte es sich um das Andesvirus. Es ist der einzige Hantavirusstamm, der nachweisbar von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

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