Tod der Kessler-Zwillinge
Bürgermeister trauert: „Sie waren ein Teil von Grünwald“
19.11.2025 – 19:41 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Tod der Kessler-Zwillinge bewegt den Bürgermeister von Grünwald. Josef Neusiedl verrät, woran er sich besonders gern erinnert.
Der Tod von Alice und Ellen Kessler führte zu einer Welle der Anteilnahme. Auch der Grünwalder Bürgermeister kannte die Zwillinge schon lange.
Jetzt hat sich Josef Neusiedl (CSU) dazu geäußert. Die Nachricht über ihren Tod habe ihn getroffen, sagte Neusiedl der Regionalredaktion muenchen.t-online. „Sie sind Bestandteil einer ganzen Epoche von Grünwald. Ich war geschockt.“
Die Mutter des Bürgermeisters war eng mit den berühmten Zwillingen befreundet, daher kannte er Alice und Ellen Kessler schon sehr lange. „Als sie 1971 für ihre Mutter ein Haus gekauft haben, war ich etwa 9 Jahre alt. Da habe ich mich noch gar nicht getraut, sie anzusprechen“, sagt er am Telefon. „Als sie 1986 ganz nach Grünwald gezogen sind, habe ich sie häufig getroffen. Man trifft sich ja auf der Straße und grüßt sich. Ich habe mich sehr gerne mit den beiden unterhalten.“
Neusiedl, der seit 2002 Rathauschef des berühmten Münchner Vorortes ist, hatte demnach sehr engen Kontakt zu den Schwestern und hat sie oft gesehen. „Zum großen Bürgermeisterempfang habe ich sie immer eingeladen, auch anlässlich ihres 80. Geburtstages habe ich sie für einen Eintrag in das goldene Buch ins Rathaus gebeten.“ Zuletzt hatte er Alice und Ellen Kessler bei der Verleihung des bayerischen Verdienstkreuzes im Juli gesehen.
Ihr Tod habe ihn schon getroffen, sagt Neusiedl und erzählt, die Haltung der Schwestern habe ihn stets beeindruckt: „Das ist eine Generation, die nicht klagt, sondern standhaft ist und sagt: ‚Das machen wir jetzt.'“ Imponiert habe ihm stets auch die Disziplin, mit der sie in der Nachkriegszeit zu Weltruhm gekommen seien.
Durch diese Disziplin und jahrzehntelange Arbeit haben die beiden Tänzerinnen auch ein beträchtliches Vermögen erwirtschaften können. Neben einer großzügigen Villa in Grünwald mit Garten und Pool gehört zum Erbe vermutlich auch eine hohe Geldsumme. Die genaue Höhe ist allerdings unbekannt. Wie die „Bunte“ berichtete, hätten die Schwestern laut eigener Aussage „sehr gut verdient“, ihr Geld jedoch „nie zum Fenster rausgeschmissen und gut angelegt“.
Mittlerweile ist bekannt, dass ihr Vermögen an mehrere wohltätige Organisationen gehen soll, darunter die Christoffel Blindenmission, das Kinderhilfswerk von Unicef, das Paul Klinger Künstlersozialwerk sowie die Deutsche Stiftung für Patientenschutz. Teile ihrer umfassenden Schmucksammlung gingen an die Moderatorin Caroline Reiber, wie diese am Mittwoch mitteilte. Sie war mit den Zwillingen eng befreundet.