Anzeichen richtig deuten
Grippe und Erkältung: Symptome und Krankheitsverlauf
Aktualisiert am 25.10.2026 – 19:24 UhrLesedauer: 4 Min.
Wer unter Husten, Fieber und Gliederschmerzen leidet, denkt meist gleich an eine Grippe. In den meisten Fällen handelt es sich nur um eine harmlose Erkältung oder einen grippalen Infekt. Wir erklären, welche Symptome typisch sind.
Wenn der Hals kratzt, die Nase tropft und die Stirn glüht, tobt im Körper ein heftiger Kampf. „Ich habe Grippe“, klagen dann viele Betroffene. Doch in den meisten Fällen handelt es sich nur um eine harmlose Erkältung oder einen grippalen Infekt. Im Gegensatz zu diesem ist die echte Virusgrippe (Influenza) eine schwere Infektionskrankheit, an der jedes Jahr viele Menschen sterben. Wenn sie nicht erkannt und richtig behandelt wird, kann es gefährlich werden.
Da die Symptome wie Husten, Fieber und Gliederschmerzen sehr ähnlich sind, werden Erkältung und Grippe häufig miteinander verwechselt. Entscheidend ist aber vielmehr, mit welcher Intensität die Beschwerden auftreten und wie lange sie andauern.
Schleichender Beginn und kurzer Verlauf
Typisch für eine Erkältung ist ihr schleichender Beginn. Der Patient fühlt ein leichtes Kratzen im Hals, er hüstelt, seine Stimme wird rau und er fühlt sich unwohl. Zunächst werden Nasen- und Rachenschleimhaut befallen. Diese schwellen an und produzieren vermehrt Sekret. Das Abwehrsystem des Körpers wird alarmiert, und es kommt zu Allgemeinbeschwerden wie Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen. Hohes Fieber ist bei einer Erkältung dagegen selten – meist bleibt die Temperatur unter 38,5 Grad. Steigt sie darüber, spricht das für eine Influenza.
Nach ein paar Tagen jedoch ist das Schlimmste überstanden und die Betroffenen fühlen sich schon sehr viel besser.
Die Erkältungsviren verbreiten sich über Tröpfchen und Aerosole: Beim Niesen, Husten oder Sprechen gelangen sie in die Luft und von dort über die Atemwege anderer Menschen in den Körper. Ein zweiter Weg führt über die Hände – wer eine kontaminierte Türklinke berührt und sich danach ins Gesicht fasst, überträgt die Erreger selbst auf seine Schleimhäute.
Plötzlich hohes Fieber
Influenza, also die „echte Grippe“, wird durch Influenzaviren ausgelöst und beginnt meist aus heiterem Himmel. Typisch sind
- Fieber, also eine Körpertemperatur ab 38,5 Grad Celsius,
- starke Gelenk- und Muskelschmerzen – oft am ganzen Körper,
- quälender, trockener Husten,
- starke Erschöpfung und Müdigkeit,
- heftige Kopfschmerzen,
- Schüttelfrost und
- Schweißausbrüche.
Der Betroffene fühlt sich elend und hat kaum Kraft, das Bett zu verlassen, geschweige denn, seinen Alltag zu meistern. Manchmal dauert es Wochen, bis der Körper wieder zu Kräften kommt.
Bei kleinen Kindern kann eine Influenza uncharakteristische Krankheitszeichen hervorrufen, die deshalb leicht fehlgedeutet werden: plötzliche Übelkeit und Durchfall.
Risikopatienten können zusätzlich an Atemnot oder Kurzatmigkeit, Schmerzen oder Druck in der Brust, Verwirrtheit, anhaltendem Erbrechen leiden.
Wann beginnt die Grippewelle?
Die Grippewelle beginnt meist zwischen Oktober bis Mitte Mai. Als bester Zeitpunkt für die Impfung gilt deshalb der Zeitraum von Oktober bis Mitte Dezember.
Haben Sie den Termin verpasst, lohnt die Impfung auch noch während der laufenden Welle.
Gut geschützt durch die Grippeschutzimpfung
Die Ständige Impfkommission (Stiko) rät
- allen Menschen ab 60 Jahren,
- Schwangeren ab dem zweiten Trimester,
- chronisch Kranken,
- Bewohnern von Pflegeeinrichtungen,
- Kontaktpersonen von Risikopatienten,
- medizinischem Personal sowie
- Beschäftigten in Pflegeeinrichtungen oder mit viel Publikumsverkehr
