Neue Studie

Erst Salat, dann Nudeln? Was Meal Sequencing bringt


25.10.2026 – 08:55 UhrLesedauer: 3 Min.

Beim Meal Sequencing kommt es auf die Reihenfolge der Lebensmittel an. (Symbolbild) (Quelle: Thai Liang Lim/getty-images-bilder)

Der Ernährungstrend „Meal Sequencing“ soll dabei helfen, Blutzuckerspitzen nach dem Essen zu vermeiden. Eine Übersichtsarbeit zeigt, ob das funktioniert.

Wer seinen Blutzucker stabil halten möchte, sollte vor allem auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung achten. Doch nicht nur die Auswahl der Lebensmittel könnte eine Rolle spielen: Auch ihre Reihenfolge beim Essen wird als möglicher Einflussfaktor diskutiert. Das sogenannte Meal Sequencing verspricht, den Blutzuckeranstieg nach einer Mahlzeit abzuflachen. Wie gut sich dieser Effekt wissenschaftlich belegen lässt, haben Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ) untersucht.

Was steckt hinter Meal Sequencing?

Beim Meal Sequencing kommt zuerst Gemüse auf den Teller beziehungsweise in den Magen, danach Kohlenhydratreiches wie Brot, Reis, Kartoffeln oder Nudeln. Die Idee dahinter: Gelangen die Ballaststoffe aus dem Gemüse zuerst in den Verdauungstrakt, geht Zucker (Glukose) langsamer ins Blut über. Dadurch steigt der Blutzucker nach dem Essen womöglich weniger stark an.

Für ihre kürzlich in der Fachzeitschrift „Clinical Nutrition“ veröffentlichte Übersichtsarbeit werteten die Forscher 18 randomisierte kontrollierte Studien aus. Also Studien, bei denen die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip unterschiedlichen Gruppen zugeteilt werden.

Blutzucker steigt zunächst weniger stark an

Tatsächlich zeigte sich ein kurzfristiger Effekt: Wer zuerst Gemüse und anschließend Kohlenhydrate aß, hatte 30 und 60 Minuten nach der Mahlzeit niedrigere Blutzuckerwerte als die Vergleichsgruppen. Auch der Insulinspiegel fiel zunächst geringer aus. Das Hormon Insulin hilft dabei, Zucker aus dem Blut in die Körperzellen zu schleusen.

Nach etwa zwei Stunden kehrte sich das Bild jedoch um: Dann lagen sowohl die Blutzucker- als auch die Insulinwerte in der Gruppe mit dem Meal Sequencing höher.

Laut Ernährungswissenschaftlerin Katharina Kampmann-Gongoll vom DDZ deuten die Ergebnisse darauf hin, dass „die Reihenfolge der Lebensmittel die Stoffwechselreaktion auf eine Mahlzeit kurzfristig beeinflussen“ kann. Allerdings zeige sich der Effekt nicht in einem dauerhaft niedrigeren Blutzuckerspiegel. Vielmehr könne sich der zeitliche Verlauf von Blutzucker und Insulin verändern.

Hilft die Reihenfolge bei Diabetes?

Bei Menschen mit Typ-2-Diabetes gibt es allerdings Hinweise auf mögliche Vorteile für den Langzeitblutzucker. Dieser wird über den sogenannten HbA1c-Wert bestimmt. Er gibt Auskunft darüber, wie hoch der Blutzucker in den vergangenen zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war.

In einer der betrachteten Studien sank dieser Wert, wenn die Betroffenen zuerst Gemüse aßen. Doch diese Befunde beruhen auf wenigen Daten und sind methodisch unsicher. Zudem unterschieden sich die Gruppen in der verzehrten Gemüsemenge. Deshalb bleibt unklar, ob die Reihenfolge oder der höhere Gemüsekonsum für die Verbesserung verantwortlich war.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Eine allgemeine Empfehlung für Meal Sequencing lässt sich anhand der Ergebnisse nicht ableiten. Viele der untersuchten Studien waren klein, testeten unterschiedliche Gemüsearten und Reihenfolgen und wurden überwiegend mit jungen, gesunden Menschen in Japan durchgeführt. Deshalb lassen sich die Ergebnisse nicht ohne Weiteres auf andere Menschen übertragen, etwa auf Ältere oder auf Personen mit Typ-2-Diabetes oder einer Vorstufe davon.

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