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Grausame Blockland-Morde: Ein Überlebender tut Unglaubliches

wochentlich.deBy wochentlich.de31 Dezember 2023Keine Kommentare3 Mins Read
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Grausame Blockland-Morde: Ein Überlebender tut Unglaubliches
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Das beschauliche Blockland in Bremen war vor vielen Jahren Schauplatz eines bestialischen Massenmordes. Ein Überlebender tat Unglaubliches.

Das Blockland ist ländliches Idyll am Rande von Bremen. Hier prägt die Natur das Bild. Doch der so friedlich wirkende Ortsteil hat eine grausame Vergangenheit.

Es ist die Nacht des 20. November 1945, als eine Gruppe junger Männer auf dem Hof Kapelle in Blockland einbricht. Hier leben die Angehörigen einer Familie und ein paar Angestellte. Zunächst sieht alles wie ein Raubüberfall aus, die Männer sperren die zwölf Bewohner in ein Zimmer und durchsuchen das Haus nach Wertsachen und Lebensmitteln.

Überlebender schleppt sich zum Nachbarshof

Doch damit ist die Schreckensnacht nicht vorbei. Die Einbrecher treiben alle Bewohner in den Keller – und erschießen sie dort. Nur der damals 43-jährige Wilhelm Hamelmann überlebt. Mit schweren Verletzungen rettet er sich zu einem Nachbarhof und kann von dort aus die Polizei alarmieren.

In einem alten Tondokument sagt Hamelmann: „Ich hatte mich etwas hinter meiner Familie erhoben, um sie schützend in meine Arme aufzunehmen. Dadurch verfehlte er den gezielten Kopfschuss und traf mich in die Lunge.“ Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, habe sich der Familienvater anschließend tot gestellt, bevor er zu den Nachbarn flüchten könnte.

Massenmord war offenbar ein Racheakt

Nach dem Massaker durchsucht die Polizei ein Lager für ehemalige Zwangsarbeiter in Bremen-Gröpelingen und findet dort Gegenstände vom Hof Kapelle. Mehrere Männer werden festgenommen, noch im Krankenhaus kann Wilhelm Hamelmann die Täter identifizieren. Acht Polen sind für die Hinrichtung verantwortlich und kommen vor ein amerikanisches Militärgericht. Vier von ihnen werden zum Tode verurteilt, die anderen bekommen lebenslange Haftstrafen.

Offenbar war der Massenmord ein willkürlicher Racheakt, weil die SS im Krieg die Familie des Anführers der Tätergruppe ermordet hatte, heißt es. Die Hinrichtung sei nicht geplant gewesen, die Familie von Wilhelm Hamelmann ein Zufallsopfer.

Als Hamelmann wieder genesen ist, heiratet er erneut, seine zweite Frau lernte er im Krankenhaus kennen. Sie bekommen vier Kinder – drei von ihnen tragen die Namen von Hamelmanns ermordeten Kindern. Und obwohl dem Überlebenden in der grausamen Nacht seine ganze Familie brutal genommen wurde, kann er vergeben – und tut das Unglaubliche.

1967 erfährt er, dass drei der verurteilten Polen immer noch im Gefängnis sitzen. Er besucht sie und bittet beim US-Botschafter um ihre Begnadigung. Er habe sie sogar persönlich abgeholt und an einen sicheren Ort gebracht, schreibt das Sozialwerk der Freien Christengemeinde Bremen.

„Unser Haus war stets ein Haus der Liebe, wo die Niedrigsten geachtet wurden und den Ärmsten Hilfe ward. Das soll auch weiterhin meinem Leben Leitstern sein“, sagte Hamelmann bei der Trauerfeier für seine ermordete Familie.

Wilhelm Hamelmann starb im Jahr 1979.

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