IHK Nord
Personalmangel und hohe Kosten: Gastgewerbe weiter unter Druck
06.01.2026 – 10:57 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Stimmung im norddeutschen Gastgewerbe hat sich zwar leicht verbessert – trotzdem bleiben hohe Energie- und Lebensmittelpreise für Gastronomen ein großes Risiko.
Die Stimmung im Gastgewerbe Norddeutschlands hat sich verbessert, während die Reisewirtschaft mit wachsenden Problemen kämpft. Das zeigt eine aktuelle Konjunkturumfrage der norddeutschen Industrie- und Handelskammern (IHK Nord) unter mehr als 500 Betrieben.
Im Gastgewerbe bewerten 39 Prozent der Betriebe ihre Lage als gut, 18 Prozent als schlecht. Die Zukunftsaussichten fallen verhaltener aus: Nur 13 Prozent erwarten eine Verbesserung, während 33 Prozent mit schlechteren Geschäften rechnen.
Als größte Risiken nennen Gastronomiebetriebe die Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise (74 Prozent) und die Arbeitskosten (72 Prozent). Auch Personalmangel (52 Prozent) und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (50 Prozent) bereiten Sorgen. Die schwache Inlandsnachfrage belastet 38 Prozent der Befragten.
In der Reisewirtschaft bewerten zwar 38 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Situation als gut und nur 10 Prozent als schlecht. Doch für die kommenden Monate erwarten 33 Prozent eine Verschlechterung – fast zehn Prozentpunkte mehr als zuvor. Nur 15 Prozent rechnen mit besseren Geschäften.
Die Reisebranche sieht wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (55 Prozent) und schwache Inlandsnachfrage (45 Prozent) als Hauptrisiken.
„Die gesamtwirtschaftliche Lage schlägt sich spürbar auf das Kaufverhalten nieder“, erklärte André Grobien, Vorsitzender der IHK Nord. Er fordert die Umsetzung von Erleichterungen wie flexiblere Arbeitszeiten und weniger Bürokratie.
Der Konjunkturklimaindex stieg im Vergleich zum Herbst 2024 deutlich um 16 Punkte auf 99. Der Konjunkturklimaindex bildet die aktuelle Lage und Zukunftserwartungen der Branche in einem Wert zwischen 0 und 200 Punkten ab. Die vollständigen Umfrageergebnisse stehen auf der Website der IHK Nord.
