Verbindung gelungen
Lausitzer Seen: Mehr als 1.000 Bootsliegeplätze
Aktualisiert am 02.07.2026 – 13:10 UhrLesedauer: 3 Min.
3,8 Milliarden Kubikmeter Erde, 941 Millionen Euro und 100 Jahre Geschichte: Wie sich der Lausitzer Seenverbund von der Kohlegrube zum Lieblingsziel für Wassersportler und Urlauber verwandeln will.
Mit der Eröffnung des Lausitzer Seenverbundes fand zuletzt ein Mammutprojekt der Bergbausanierung seinen Abschluss. Erstmals wurden die fünf Seen an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Sachsen zu einem schiffbaren Verbund. Der Tourismusverband hofft nun auf ein Bade- und Wassersportparadies für Urlauber und Ausflügler aus Dresden, Berlin und weit darüber hinaus.
Was Gäste im Lausitzer Seenland erleben können
Die fünf großen Seen – der Senftenberger, Geierswalder, Partwitzer, Sedlitzer und Großräschener See – sind erstmals alle miteinander verbunden. Damit entsteht eine 50 Kilometer lange, per Schiff und Boot befahrbare Strecke auf einer Wasserfläche von 5.300 Hektar. Der Plan ist, dass noch weitere Seen durch Kanäle angeschlossen werden.
Bislang waren der Koschener Kanal zwischen Senftenberger und Geierswalder See sowie der Barbara-Kanal zwischen Geierswalder und Partwitzer See die einzigen befahrbaren Wasserstraßen der Region. Nun gehören auch der Sornoer Kanal (führt zum Geierswalder See), der Rosendorfer Kanal zum Partwitzer See und der Ilse-Kanal zum Großräschener See zum Verbund.
Eine Durchfahrt dauert bis zu 2,5 Stunden
Alle fünf Seen seien motorisiert befahrbar, sagte Kathrin Winkler, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes. Bis zu 2,5 Stunden dauert ihrer Aussage nach eine Durchfahrt, plus Wartezeiten. Aktuell verkehrt auf dem Großräschener See ein Schiff für Personenschifffahrt. Die „Wilde Ilse“, ein restauriertes historisches Personenschiff von 1938, verfüge über 55 Sitzplätze, heißt es auf der Webseite des Tourismusverbandes.
Nachdem im Mai dieses Jahres auch der Sedlitzer See für Badetourismus und Wassersport freigegeben wurde, können Gäste alle fünf Seen jetzt voll nutzen. „Die beteiligten Gewässer weisen inzwischen allesamt ein stabiles, pH-neutrales Milieu auf und bieten hervorragende Bedingungen für Badegäste und Wassersportler“, teilt die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV) mit. Hinzu kommen asphaltierte Seerundwege für Radfahrende oder Wanderer.
Welche Bedeutung die fünf Seen haben
Mit der Freigabe entsteht „die größte von Menschenhand geschaffene Wasserlandschaft Europas“, so Tourismus-Chefin Winkler. Zugleich sei es ein großer Schritt für den Strukturwandel in der Lausitz, so die LMBV. Genau 100 Jahre ist es demnach her, dass die ersten Bagger das Erdreich für den Tagebau „Ilse-Ost“ aufgebrochen haben, an dessen Standort sich heute der Sedlitzer See befindet. Generationen von Bergleuten hätten an der Sanierung der früheren Tagebaue gearbeitet. In der Lausitz wurden in den 1980er Jahren nahezu 190 Millionen Tonnen Braunkohle pro Jahr gewonnen, wie es von der Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) heißt.
