Plötzliches Geständnis

Paar 684 Tage in Haft – aufgrund einer Lüge


31.08.2026 – 15:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Die 32-Jährige: Sie räumte vor Gericht ihre Falschaussage ein. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/dpa-bilder)

Eine Frau sagt vor Gericht aus und bringt zwei Menschen hinter Gitter – obwohl ihre Vorwürfe frei erfunden sind. Dem ging wohl ein perfider Plan voraus.

Eine 32-jährige Frau aus dem niedersächsischen Salzgitter hat vor Gericht mehrere Missbrauchslügen gestanden. Wie sie am Montag durch ihren Anwalt erklären ließ, hat es die von ihr zuvor geschilderten massiven sexuellen Übergriffe nicht gegeben. Wegen ihrer Aussagen saß ein Paar für 684 Tage unschuldig in Haft.

Bei den Opfern handelt es sich um die Mutter und den Stiefvater einer Ex-Partnerin der 32-Jährigen. Nach einem vermeintlichen Geständnis saß die 32-Jährige zunächst selbst im Gefängnis. Wegen angeblichen Missbrauchs und anderer Gewalttaten an ihrer Ex-Freundin war sie zu sechs Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden.

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Laut Anklage soll die 32-Jährige die Falschaussagen gemeinsam mit ihrer Ex-Partnerin geplant haben. Die Frau habe sich als „angebliches Mitglied des Täterkreises inszeniert“, um ihrer späteren Aussage gegen das Paar mehr Gewicht zu verleihen.

„Ich hatte Angst, verlassen zu werden“

Die Mutter und der Stiefvater waren bereits im Sommer 2023 verurteilt worden. Im März 2024 wurde das Urteil wegen neuer Ermittlungsergebnissen durch den Bundesgerichtshof gekippt.

Die 32-Jährige erklärte vor Gericht, dass sie von ihrer Ex-Freundin emotional stark abhängig gewesen sei. Sie erklärte: „Sie war mein Mittelpunkt. Ich hatte Angst, verlassen zu werden, und wollte alles tun, um ihr zu helfen.“

Der 32-Jährigen werden schwere Freiheitsberaubung, falsche Verdächtigung und eine uneidliche Falschaussage vorgeworfen. Der Prozess soll laut dem Amtsgericht bis zum Freitag dauern.

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