Klimafolgen in der Stadt

Warum Frankfurts Wiesen jetzt schon gelb bleiben

01.07.2026 – 10:11 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf eine trockene Grünfläche in Frankfurt: Wiesen werden nicht gegossen, dafür aber Jungbäume – und das kostet immer mehr. (Quelle: Hannes P. Albert/dpa/dpa-bilder)

Die Hitze trifft die Grünflächen der Stadt zunehmend: vergilbte Wiesen und höhere Kosten für die Baum-Bewässerung. So geht die Stadt damit um.

Die jüngste Hitzewelle hat in Frankfurt sichtbare Spuren hinterlassen: In vielen Grünanlagen sind Rasenflächen ausgetrocknet und vergilbt. Auch junge Bäume leiden unter der Trockenheit – ihre Bewässerung kostet die Stadt immer mehr Geld.

Aktuell gießt das Grünflächenamt nach eigenen Angaben rund 8.000 junge Bäume auf einer Fläche von etwa 1.600 Hektar. Ausschließlich diese Bäume werden regelmäßig bewässert. Pro Gießgang erhält jeder Jungbaum rund 200 Liter Wasser. Wie oft gegossen wird, hängt von der Witterung ab. „Ohne Wasser würden die Bäume nicht überleben“, sagt Christian Dienst vom Frankfurter Grünflächenamt.

Auswirkungen des Klimawandels

Die Kosten für die Bewässerung sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während die Stadt 2021 noch rund 187.000 Euro dafür ausgab, waren es 2022 bereits 361.000 Euro. Im vergangenen Jahr lagen die Kosten schließlich bei rund 447.000 Euro.

Ein Mitarbeiter des Frankfurter Grünflächenamt bewässert ein Beet. (Quelle: Hannes P. Albert/dpa/dpa-bilder)

„Hier zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels“, sagt Dienst. Hinzu komme, dass junge Bäume inzwischen deutlich länger bewässert werden müssten: Früher reichten in der Regel die ersten beiden Jahre nach der Pflanzung aus, heute werden die Bäume bis zum fünften Standjahr gegossen.

Mit den Folgen der Trockenheit kämpft nicht nur Frankfurt. Auch die Stadt Kassel berichtet von einem deutlich gestiegenen Bewässerungsbedarf. Dort müsse inzwischen von April bis teilweise in den Oktober hinein gegossen werden. Dafür seien die Zahl der Mitarbeiter und der Bewässerungsfahrzeuge verdoppelt worden.

Trotzdem rechnet Kassel mit Schäden an der Vegetation und dem Verlust weiterer Bäume. „Es müsste eigentlich deutlich mehr gewässert werden, aufgrund fehlender personeller und finanzieller Ressourcen kann dies jedoch nicht erfolgen“, erklärte ein Stadtsprecher.

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