Diese Behandlung wirkt
Fettleber heilen – das müssen Sie dafür tun
Aktualisiert am 14.08.2026 – 14:17 UhrLesedauer: 3 Min.
Ist die Leber verfettet, hilft vor allem ein gesünderer Lebensstil. In bestimmten Fällen können jedoch auch Medikamente die Behandlung unterstützen.
Eine Fettleber kann sich zurückbilden. Ob sie tatsächlich ausheilt, hängt aber davon ab, wie weit die Erkrankung fortgeschritten und ob und in welchem Ausmaß das Organ bereits vernarbt ist. Eine Vernarbung wird auch als Fibrose bezeichnet. Ist diese stark ausgeprägt, oder hat sich schon eine Leberzirrhose entwickelt, ist eine vollständige Regeneration unwahrscheinlich.
Eine reine Verfettung hingegen ist in vielen Fällen umkehrbar: Wenn die Leber die Gelegenheit zur Entlastung und Regeneration erhält, kann sie sich der krankhaften Fetteinlagerungen entledigen.
Gut zu wissen
Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt es keinen risikofreien Alkoholgenuss. Auch geringe Mengen gefährden die Gesundheit. Das Rauschgift begünstigt beziehungsweise verursacht zahlreiche Erkrankungen. Hierzu zählen neben Lebererkrankungen beispielsweise verschiedene Krebsarten sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Fettleber: Welche Medikamente helfen?
Wer an einer Fettleber erkrankt ist, kann durch Ernährung, Bewegung und Alkoholverzicht viel bewirken. Inzwischen gibt es aber auch Medikamente, die ergänzend zum Einsatz kommen können – zumindest bei Erkrankten, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen.
Seit 2025 und 2026 stehen in der EU zwei Wirkstoffe zur Verfügung:
- Resmetirom wird als Tablette einmal täglich geschluckt. Es hilft der Leber dabei, Fett besser abzubauen. Dadurch kann sich bei manchen Betroffenen die Entzündung bessern und die Vernarbung der Leber zurückgehen.
- Semaglutid wird einmal pro Woche unter die Haut gespritzt. Zu Beginn erhalten Patientinnen und Patienten eine niedrige Dosis, die schrittweise erhöht wird. Semaglutid sorgt unter anderem dafür, dass die Behandelten weniger Hunger haben und dadurch meist abnehmen. Durch den Gewichtsverlust kann sich auch die Menge des in der Leber gespeicherten Fetts verringern. Bei manchen Erkrankten bessert sich dadurch zudem die Entzündung der Leber.
Sowohl Resmetirom als auch Semaglutid sind nur für Erwachsene zugelassen, die eine entzündliche Fettleber (MASH) mit bereits mittlerer bis fortgeschrittener Lebervernarbung (Fibrose) haben, aber noch keine Leberzirrhose. Konkret bedeutet das: Die Leberfibrose muss im Stadium F2 oder F3 liegen.
Überdies gilt bei beiden Wirkstoffen: Die Behandlung erfolgt zusätzlich zu einer Ernährungsumstellung und Bewegung.
Was können Betroffene konkret tun?
Ob mit oder ohne Medikamente: Die entscheidenden Schritte zur Genesung haben Betroffene selbst in der Hand. Je nach Auslöser müssen sie dazu:
- Gesünderes Körpergewicht erreichen: idealerweise durch eine gesündere Ernährung und mehr Bewegung
- Alkohol meiden: Alkoholverzicht ist nicht nur wichtig, weil Alkohol die Leber belastet. Eine alkoholfreie Lebensweise kann auch das Abnehmen erleichtern.
Bei Menschen mit Übergewicht oder Adipositas kann eine Gewichtsabnahme von fünf bis zehn Prozent die Leberverfettung und die Leberwerte verbessern.
Da Abnehmen für viele eine Herausforderung ist, kann es sinnvoll sein, sich dabei unterstützen zu lassen. Die Ärztin oder der Arzt kann Tipps geben oder eine Ernährungsberatung verschreiben.
Gut zu wissen
Auch bei einer alkoholbedingten Fettleber ist es empfehlenswert, auf eine gesunde Kost und regelmäßige Bewegung zu achten. Für alkoholabhängige Menschen spielt die Ernährung noch aus anderen Gründen eine Rolle: Bei ihnen kommen Mangelernährung und ein Mangel an bestimmten Vitaminen häufiger vor. Besonders wichtig ist Thiamin (Vitamin B1). Ihre Ernährung sollte so gestaltet sein, dass sie alle wichtigen Nährstoffe liefert. Wenn nötig, verordnen Ärztinnen und Ärzte gezielt Nährstoffe, um den Mangel zu beheben.
Außerdem können Betroffene sich einer Sportgruppe anschließen, um konsequent mehr Bewegung in den Alltag zu bringen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 bis 300 Minuten aerobe körperliche Aktivität mittlerer Intensität pro Woche.