Vor der Berlin-Wahl 2026

Fake-Videos auf X greifen Berliner Spitzenkandidaten an

24.07.2026 – 15:21 UhrLesedauer: 2 Min.

Unbekannte versuchen, Kandidaten im Internet durch gefälschte Videos zu diskreditieren (Symbolbild): Der Landeswahlleiter schlägt Alarm. (Quelle: Philip Dulian/dpa/dpa-bilder)

Gefälschte Clips mit imitierten Medienlogos sollen mindestens acht Politiker diskreditieren. Nach Recherchen soll der Staatsschutz ermitteln.

Auf der Plattform X kursieren nach Recherchen der „Zeit“ gefälschte Videos gegen mindestens acht Berliner Politiker, darunter die Spitzenkandidaten von CDU, SPD, Grünen und Linken. Die Clips enthalten falsche Behauptungen, die die Glaubwürdigkeit der Kandidaten erschüttern sollen. Die englischsprachigen Posts tragen gefälschte Logos bekannter deutscher Medienmarken – ein Mittel, um Seriosität vorzutäuschen.

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Polizei und Berliner Innenverwaltung äußerten sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Vorgängen. Nach Angaben der „Zeit“ ermittelt der Staatsschutz. Die Linke steht nach Angaben ihres Landesgeschäftsführers Björn Tielebein wegen der Videos im Kontakt mit dem Landeskriminalamt. Bei den Grünen waren die Clips einem Sprecher zufolge bisher nicht bekannt.

Berlin arbeiten an Konzept gegen Desinformation

Landeswahlleiter Stephan Bröchler verurteilte Desinformationsversuche im Vorfeld der Berliner Wahl scharf, ohne auf die konkreten Fälle einzugehen: „Jeder Versuch der Desinformation und Manipulation im Vorfeld der Berliner Wahlen im September ist ein Angriff auf die freie Willensbildung und Entscheidungsfindung der Bürgerinnen und Bürger, den ich aufs Schärfste verurteile.“

Er kündigte an, dass das Land an einem Konzept arbeite: „Wir arbeiten aktuell an einem umfassenden Konzept, wie das Land Berlin im Vorfeld der Wahlen gegenüber Desinformationskampagnen noch resilienter werden kann.“

Ähnliche Fake-Posts waren nach Angaben von Sicherheitsbehörden zuletzt auch in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern aufgetaucht. Das Bundesamt für Verfassungsschutz hatte Ende Juni erklärt, vergleichbare Aktivitäten trügen Züge der sogenannten Matrjoschka-Kampagne, die bereits zur Bundestagswahl 2025 eingesetzt worden war. Die Hauptbedrohung gehe nach Einschätzung des Bundesamts „weiterhin von Aktivitäten der Russischen Föderation aus.“ Eine Zuschreibung der aktuellen Berliner Kampagne hat das Bundesamt damit nicht vorgenommen.

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