Risiko Heuschnupfen

Darum ist das Erkrankungsrisiko in Städten größer


Aktualisiert am 11.05.2026 – 08:45 UhrLesedauer: 4 Min.

In Städten sind Heuschnupfenbeschwerden oft stärker. (Quelle: RealPeopleGroup/getty-images-bilder)

Das Heuschnupfenrisiko in Städten ist groß. Unter anderem verstärken erhöhte CO2- und Feinstaubkonzentrationen die Pollenaggressivität.

Nicht nur das Risiko, in der Stadt einen Heuschnupfen zu entwickeln, ist hoch. Auch zeigen sich bei Städtern die Allergiesymptome oft stärker als bei Menschen, die auf dem Land leben. Woran liegt das? Eine bedeutende Einflussgröße ist die Schadstoffbelastung der Luft.

Was ist Heuschnupfen?

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit hat in Industrieländern wie Deutschland etwa ein Viertel der Bevölkerung einen allergischen Schnupfen. Die Heuschnupfensymptome werden durch eine allergische Reaktion der oberen Atemwege auf Pflanzenpollen (Blütenstaub) in der Luft verursacht. Das Immunsystem reagiert auf die eigentlich harmlosen Stoffe fälschlicherweise mit Abwehr. Hat der Körper die Allergene einmal als „böse“ eingestuft und ist sensibilisiert, bekämpft er diese bei jedem erneuten Kontakt.

Typische Symptome von Heuschnupfen

Eine laufende Nase, Niesattacken, Augenjucken und -tränen sowie Halskratzen und Reizhusten sind typische Symptome der allergischen Rhinitis. Die Beschwerden belasten die Betroffenen zum Teil stark. Zudem birgt Heuschnupfen das Risiko eines „Etagenwechsels“. Dann weitet sich die Allergie auf die tieferliegenden Atemwege aus. Es entwickelt sich ein allergisches Asthma bronchiale – mit teils schweren Atemproblemen und Luftnot.

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Größeres Heuschnupfenrisiko in Städten

Städte bündeln mehrere Einflussfaktoren, die Allergien begünstigen und verstärken, darunter:

  • mehr und aggressivere Pollen in der Luft
  • hohe Konzentrationen an Luftschadstoffen
  • oft höhere Innenraumbelastung mit Schadstoffen und Allergenen

Klimawandel macht vor Städten nicht halt

Laut dem Bundesministerium für Gesundheit führen die immer höheren Temperaturen zu einer Veränderung und Verschiebung der Jahreszeiten. Herbst und Winter werden milder. Frühjahr und Sommer werden wärmer und länger. Die Blütezeiten der Pflanzen beginnen früher und dauern länger an. Infolgedessen nimmt die Pollenbelastung über das Jahr hinweg zu und macht auch vor Städten nicht halt.

Hinzu kommt, dass in Städten an Straßen und in Parks häufig Bäume gepflanzt werden, die für Allergiker ein Problem sind, darunter Birke, Erle, Hasel und Esche. Viele kennen beispielsweise den grünen Pollenfilm auf dem Auto während des Pollenflugs. Mit dieser Belastung haben auch die Atemwege zu kämpfen. Laut dem Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V. (DAAB) werden die Pollen durch den Klimawandel zudem aggressiver.

Städte sind Wärmespeicher

Hinzu kommt, dass Städte Wärme speichern, was Pflanzen früher und länger blühen lassen kann. Auch siedeln sich durch die zunehmende Wärme immer wieder neue, allergieauslösende Pflanzenarten an, etwa die Beifußambrosie, die ursprünglich aus Nordamerika stammt.

Laut dem Allergieinformationsdienst am Helmholtz Zentrum München kann jede Ambrosiapflanze bis zu eine Milliarde Blütenpollen abgeben. Diese Pollen seien deutlich aggressiver als der Blütenstaub heimischer Pflanzen. Schon eine Konzentration von mehr als zehn Pollenkörnern pro Kubikmeter Luft könne heftige allergische Reaktionen auslösen.

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