Um bis zu 40 Prozent seltener krank
Einfache Maßnahme schützt effektiv in der Krankheitszeit
15.10.2025 – 11:45 UhrLesedauer: 3 Min.
Unsere Hände kommen jeden Tag mit Millionen von Keimen in Kontakt. Damit diese nicht zu Infektionen führen, ist richtiges Händewaschen essenziell.
Unsere Hände kommen häufig mit Keimen in Kontakt – etwa beim Müll-Hinausbringen oder beim Toilettengang. Berührt man anschließend mit den Händen das Gesicht, können die Erreger über die Schleimhäute von Mund, Nase und Augen in den Körper eindringen und Infektionen wie beispielsweise Erkältungen, Grippe oder Magen-Darm-Infekte auslösen.
Durch richtiges Händewaschen können Sie bis zu 20 Prozent der Erkältungskrankheiten und bis zu 40 Prozent der Durchfallkrankheiten vermeiden. Ähnliches gilt bei Kindern. Auch sie werden durch richtiges Händewaschen seltener krank (30 Prozent weniger Darminfektionen; 20 Prozent weniger Atemwegsinfekte). Bei immunschwachen Personen ist der Effekt noch größer: Darminfekte werden durch die Handhygiene bei ihnen um bis zu 60 Prozent verringert.
Und: Richtiges Händewaschen kann den Antibiotikaeinsatz reduzieren und so der weltweiten Zunahme von Antibiotikaresistenzen entgegenwirken. Denn Antibiotika werden auch heute noch oft für Gesundheitsprobleme wie Erkältungen und Darminfekte verschrieben, obwohl sie nicht hilfreich sind.
Für richtiges Händewaschen braucht man laut dem Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) Seife und fließendes Wasser. Hände mit Seife zu waschen, ist deutlich wirksamer als nur mit Wasser, denn so lösen sich Schmutz und Mikroben besser von der Haut ab. Die Hände sollten dabei mindestens 20 Sekunden lang gründlich gewaschen werden. Das lässt die Zahl der Keime erheblich sinken. Gut zu wissen: Die Wassertemperatur spielt kaum eine Rolle.
Nach dem Waschen sollten die Hände zügig getrocknet werden, da sich Mikroorganismen in einer feuchten Umgebung halten und vermehren können. Durch die Reibung beim Abtrocknen werden Keime, die noch an den Händen oder im Wasser an den Händen haften, entfernt.
Viele greifen in der Hoffnung, sich besser vor Keimen zu schützen, zu antibakteriellen Seifen. Doch einen zusätzlichen Nutzen bringt das im Alltag kaum.
Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) haben Studien keinen gesundheitlichen Vorteil für gesunde Menschen nachgewiesen, wenn diese im Haushalt zu antibakterieller Seife greifen. Im Gegenteil: Solche Produkte sollten nur in Ausnahmefällen verwendet werden, etwa wenn eine medizinische Notwendigkeit vorliegt und ein Arzt den Einsatz von Desinfektionsmitteln empfiehlt.
Wenn unterwegs weder Wasser noch Seife in Reichweite sind, hilft manchmal nur eine Zwischenlösung. Sind die Hände etwa sichtbar verschmutzt, eignen sich laut BIÖG desinfizierende Reinigungstücher – vor allem für gefährdete Menschen, beispielsweise bei geschwächter Immunabwehr. Trotzdem sollten die Hände bei der nächsten Möglichkeit mit Wasser und Seife gewaschen werden.
Händewaschen gehört laut dem BIÖG unbedingt dazu, wenn man nach Hause kommt. Auch vor dem Essen, vor dem Berühren von Medikamenten, vor und nach dem Kontakt mit kranken Menschen oder der Behandlung von Wunden sowie vor und nach der Zubereitung von Speisen sollte man sich gründlich die Hände waschen. Gleiches gilt nach dem Toilettengang, nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen und nach dem Kontakt mit Abfällen, Tieren oder Tierfutter.
