Jahrestag

„Aus Geschichte lernen“: Erinnerung an Mauerbau in Berlin

Aktualisiert am 13.08.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 3 Min.

An der Gedenkstätte Berliner Mauer wurde an den Mauerbau vor 65 Jahren erinnert. (Quelle: Sören Stache/dpa/dpa-bilder)

Spaltet nach der realen Mauer eine unsichtbare Mauer Deutschland? In die Erinnerung an das monströse Bauwerk der Teilung mischt sich die politische Mahnung, aus der Geschichte Lehren zu ziehen.

Mit einer Gedenkveranstaltung am früheren Todesstreifen ist in Berlin an den Mauerbau vor 65 Jahren erinnert worden. In der Kapelle der Versöhnung an der Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße versammelten sich Vertreter aus Politik und Gesellschaft, um der Mauertoten zu gedenken. Dabei wurden auch Auszüge aus der Biografie eines Opfers gelesen.

Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und andere legten Kränze an einem Mahnmal nieder. Klöckner beklagte in einer Ansprache eine anhaltende Mauer in vielen Köpfen und plädierte für mehr Zuhören und Zusammenhalt in Deutschland. „Die frühere Grenze ist fast unsichtbar geworden“, sagte die CDU-Politikerin laut Manuskript. „Und doch ist sie da. Die Mauer hat in Deutschland Spuren gezogen, die unsere Wege heute noch beeinflussen.“

Klöckner beklagt Mauer in den Köpfen

Ost und West spielten im Selbstverständnis vieler weiterhin eine Rolle. „Politische Fragen werden auf beiden Seiten manchmal sehr unterschiedlich beantwortet: Migration, Corona, der Umgang mit Russland“, so Klöckner. „Wir müssen aus unserer Geschichte lernen. Wir dürfen uns nicht in ihr verlieren“, mahnte sie.

1989 habe Mut die Mauer zum Einsturz gebracht. „Auch heute ist Mut gefragt. Der Mut, aufeinander zuzugehen. Wir wollen die Hindernisse überwinden, die manchmal immer noch zwischen uns sind.“

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) rief zur Verteidigung von Freiheit und Demokratie auf. „Vor 65 Jahren ließ die DDR-Führung die Mauer errichten. Heute ist unser Land länger vereint, als es geteilt war und wir leben in Freiheit und Frieden“, schrieb Merz auf der Plattform X. „Die Lektion der Mauer bleibt: Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich. Wir müssen immer dafür kämpfen.“

An der Gedenkstätte in der Bernauer Straße in Berlin sind Reste von DDR-Grenzanlagen erhalten, darunter ein Wachturm. (Quelle: Sören Stache/dpa/dpa-bilder)

Warnung vor Verharmlosung der DDR-Diktatur

Wegner nannte den 13. August 1961 einen der dunkelsten Tage in der Geschichte Berlins. „Vor 65 Jahren riss der Bau der Berliner Mauer Familien auseinander, trennte Freundinnen und Freunde, zerstörte Lebensentwürfe und sperrte Millionen von Menschen in der SED-Diktatur ein.“

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer erklärte zum Jahrestag: „Die Berliner Mauer war fast drei Jahrzehnte lang das sichtbarste Symbol für die Unfreiheit und die Unterdrückung in der Deutschen – sogenannten Demokratischen – Republik.“ Links- wie Rechtsextreme versuchten derzeit, die DDR gezielt zu verharmlosen, fügte er hinzu und warnte vor „Geschichtsvergessenheit“.

In der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ regte Weimer an, Straßen und Plätze nach Menschen zu benennen, die in der DDR gegen das Unrechtssystem opponiert hätten, im Gefängnis saßen oder gar getötet wurden.

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