Drama bei der Fußball-WM

Krimi gegen Norwegen: England im Halbfinale

Aktualisiert am 12.07.2026 – 01:52 UhrLesedauer: 3 Min.

Norwegen kämpft gegen England tapfer und zwingt sie in die Verlängerung. Am Ende ist es aber ein Ex-Bundesliga-Star, der die Engländer ins Halbfinale schießt.

Die englische Nationalmannschaft steht im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. In einem dramatischen Viertelfinale gegen Norwegen setzten sich die „Three Lions“ nach Verlängerung mit 2:1 (1:1, 1:1) durch. Norwegen war in der 36. Minute durch einen spektakulären Distanzschuss aus spitzem Winkel von Andreas Schjelderup in Führung gegangen. Doch kurz vor der Pause glich Jude Bellingham (45. Minute +2) aus.

Trotz zahlreicher Chancen und aberkannter Tore auf beiden Seiten konnte keine der beiden Mannschaften in 90 Minuten die Entscheidung herbeiführen. Kurz nach Beginn der Verlängerung war es dann wieder Bellingham, der von einem Patzer des norwegischen Keepers profitierte und den nach vorne abgeprallten Ball zum Siegtreffer verwandelte (93.). Norwegen versuchte nochmal alles, konnte aber nicht mehr ausgleichen.

Im Halbfinale trifft England auf den Gewinner des letzten Viertelfinals zwischen Argentinien und Schweiz.

So lief das Spiel

Tuchel hatte bereits vor Wochen den Titel als klares Ziel ausgerufen. Es sei wichtig, groß zu denken und darüber auch zu sprechen. Seine Mannschaft hatte im Achtelfinale von Mexiko-Stadt den Co-Gastgeber Mexiko ausgeschaltet und zusätzlich Selbstvertrauen gesammelt.

Am Samstag in Miami taten sich die Engländer nach einer Schweigeminute für den verstorbenen südafrikanischen WM-Teilnehmer Jayden Adams jedoch zunächst schwer. Norwegen stand tief, verschob diszipliniert und bot Harry Kane und Co. keine Räume. Die Kombinationen der Engländer waren zu behäbig, was jedoch auch an den hohen Temperaturen gelegen haben könnte. Von gefühlten 38 Grad war die Rede.

So dauerte es bis zur 19. Minute, ehe sich die Engländer ihre erste Chance herausspielten: Bellingham sprang aber bei einer Hereingabe am Ball vorbei. Kurz darauf jagte Kane (29.) einen Freistoß aus sehr guter Position deutlich über das Tor.

Dann aber brachten die Engländer ihren bis dahin sehr zögerlichen Gegner mit einem Fehler selbst ins Spiel: John Stones hätte im eigenen Strafraum fast den Ball verloren und Haaland somit eine Großchance geschenkt (33.). Haaland (35.) köpfte kurz darauf drüber, dann schoss Schjelderup den Ball sehenswert in den Winkel. Die Engländer beschwerten sich über ein vermeintliches Foul an Kane in der Entstehung.

Dem norwegischen Kronprinzen Haakon war es egal – er jubelte an der Seite des FIFA-Präsidenten Gianni Infantino ausgelassen. Dass Alexander Sörloth (39.) eine aussichtsreiche Konterchance leichtfertig vergab, rächte sich: Bellingham sorgte mit einer starken Einzelaktion für den Ausgleich. Diesmal protestierten die Norweger vergebens, weil der Ball kurz vorher die Aufhängung einer Sky-Cam berührt haben soll. Laut FIFA war dies aber nicht der Fall. Dann traf auch Kane – doch der Kapitän stand nach feinem Zuspiel von Bellingham im Abseits.

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