Xpeng L03 im Test
Nicht nur beim Preis ist dieses Auto ein Angriff
03.11.2026 – 11:16 UhrLesedauer: 6 Min.

Xpeng ist in Deutschland noch recht frisch am Markt, tritt mit dem L03 aber erstaunlich selbstbewusst auf. Das SUV-Coupé zeigt bei der ersten Fahrt, dass der Preis nicht sein einziges starkes Argument ist.
Wer in Deutschland als neue Automarke antritt, hat es selten leicht. Vertrauen wächst langsam, Werkstattnetze wachsen noch langsamer, und bei Elektroautos fragen viele Kunden ohnehin zweimal nach. Xpeng (sprich: Ix-Peng) ist allerdings auf einem guten Weg, den Massenmarkt zu erobern.
Seit 2024 ist die Marke in Deutschland anzutreffen. In diesem Jahr sollen hierzulande rund 10.000 Autos verkauft werden, 2027 peilt die Marke 22.000 an. Dafür braucht es mehr als große SUVs mit viel Technik, die bislang das Portfolio der Chinesen prägten. Es braucht ein Auto, das preislich und vom Format her näher an den Alltag rückt. Diese Rolle soll der L03 übernehmen, ein elektrisches SUV-Coupé mit 4,65 Metern Länge in der Liga von VW ID.5, Skoda Enyaq, Tesla Model Y und BYD Sealion 7. Nur macht Xpeng beim Preis gleich eine Ansage: Los geht es bei 35.600 Euro – und da ist schon vieles an Bord.
Design mit einem gewissen Wiedererkennungswert
Optisch ist der L03 flach genug, um nicht klobig zu wirken. In der Seitenansicht lassen sich gewisse Anklänge an Porsche nicht ganz wegdiskutieren. Es gibt schlechtere Vorbilder. Die Front ist klar gezeichnet, das Heck ordentlich gestaltet, wenn auch etwas austauschbar. Wie bei vielen SUV-Coupés fehlt allerdings ein Detail: der Heckscheibenwischer.
Viel Platz hinten, wenig Kofferraum
Beim Raumangebot zeigt der L03 zwei Gesichter. Für die Passagiere ist reichlich Platz vorhanden. Vorn sitzt man bequem, hinten ist das Platzangebot ebenfalls erstaunlich großzügig. Der lange Radstand hilft, die Coupéform kostet weniger Kopffreiheit, als man zunächst vermuten könnte. Das serienmäßige Panoramadach passt zum luftigen Eindruck. Ein Rollo gibt es allerdings nicht.
Der Kofferraum ist dagegen die deutlichste praktische Schwäche des Autos. 367 Liter sind für ein 4,65 Meter langes SUV-Coupé wenig. Klappt man die Rückbank um, werden daraus 1.131 Liter. Immerhin lässt sich die Lehne im Verhältnis 40:20:40 teilen. Auch unter dem Ladeboden findet sich kein üppiges Zusatzfach. Zwischen Rückbanklehne und Rollohalterung bleibt zudem eine recht große Lücke. Positiv sind allerdings die zusätzlichen Staufächer unter der Rücksitzbank.
Vorn unter der Haube gibt es zusätzlich einen Frunk. Bei den heckgetriebenen Versionen fasst er 89 Liter, bei den Allradmodellen 44 Liter. Das hilft beim Verstauen des Ladekabels, ersetzt aber keinen großen Kofferraum.