Neues Rüstungsprojekt mit Großbritannien

Deutschland plant Waffen, die selbst Moskau erreichen könnten


03.11.2026 – 12:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Start einer US-Tomahawk-Rakete (Archivbild): Deutschland und Großbritannien planen ebenfalls neue Langstreckenwaffen. (Quelle: US-Verteidigungsministerium / U.S. Navy)

Deutschland und Großbritannien treiben die Entwicklung neuer Langstreckenwaffen voran. Die Flugkörper sollen Ziele in mehr als 2.000 Kilometern Entfernung treffen können. Bei einem Treffen in Berlin melden beide Länder Fortschritte.

Deutschland und Großbritannien kommen bei der gemeinsamen Entwicklung weitreichender Präzisionswaffen nach eigenen Angaben voran. Bei einem Treffen in Berlin berieten Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) und sein britischer Amtskollege Wes Streeting am Montag über das Rüstungsprojekt „Deep Precision Strike“. In einer gemeinsamen Erklärung sprachen beide Seiten von erheblichen Fortschritten. Die geplanten Waffen sollen eine Reichweite von mehr als 2.000 Kilometern erreichen.

Damit könnten sie bei einem Start von deutschem Boden aus theoretisch auch die russische Hauptstadt Moskau treffen. Das Projekt soll die europäischen Nato-Staaten in die Lage versetzen, im Verteidigungsfall auch weit entfernte militärische Ziele eines Angreifers zu bekämpfen.

Die Bundesregierung reagiert damit auf eine neue Bedrohungslage. So könnten Flugkörper aus der russischen Exklave Kaliningrad in weniger als einer Stunde Berlin erreichen.

Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums ist eine ganze Familie neuer Waffensysteme vorgesehen. Dazu gehören schwer zu ortende Marschflugkörper sowie Hyperschallwaffen, die besonders hohe Geschwindigkeiten erreichen. Zunächst konzentriert sich die Entwicklung auf bodengestützte Systeme. Später sollen auch Einsatzmöglichkeiten von Flugzeugen und Schiffen aus geprüft werden.

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Neue Angaben zum Zeitplan

Bis die Bundeswehr die neuen Waffen tatsächlich einsetzen kann, dürfte allerdings noch einige Zeit vergehen. Im März hatte das britische Verteidigungsministerium erklärt, die Flugkörper sollten in den 2030er-Jahren in Dienst gestellt werden. In der gemeinsamen Erklärung vom Montag ist nun von einer Lieferung noch innerhalb dieses Jahrzehnts die Rede. Ob damit ein vorgezogener Zeitplan gemeint ist, bleibt offen.

Die Zusammenarbeit geht auf das deutsch-britische Verteidigungsabkommen von Oktober 2024 zurück. Bereits im Mai 2025 hatten beide Länder die gemeinsame Entwicklung weitreichender Präzisionswaffen angekündigt. Mit den neuen Systemen wollen sie eine Lücke in den militärischen Fähigkeiten Europas schließen.

Auch die Rüstungsindustrie treibt entsprechende Entwicklungen voran. Das deutsch-britische Unternehmen Hypersonica teilte am Montag mit, weitere 100 Millionen Euro von Investoren erhalten zu haben. Das Geld soll die Entwicklung eigener Hyperschallwaffen beschleunigen. Ein konkreter Auftrag für die neuen deutsch-britischen Waffensysteme ist damit allerdings noch nicht verbunden.

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