Debatte nicht beendet

Eisbach-Surfer brechen Versuch zur Wellenrettung ab


26.12.2025 – 12:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Mann springt mit seinem Surfbrett auf die Eisbachwelle (Archivbild): Zuletzt hatten Unbekannte an Heiligabend eine provisorische Welle aufgestaut. (Quelle: Peter Kneffel/dpa/dpa-bilder)

Die Eisbach-Surfer brechen ihren Versuch zur Wiederherstellung der berühmten Welle ab. Sie kritisieren die Behörden für überzogene Auflagen und eine „administrative Blockade“.

Die Münchner Eisbachsurfer brechen den Versuch zur Wiederherstellung der beliebten Surfwelle im Englischen Garten ab. In einer Mitteilung vom Donnerstag übt der Verein Surf Club München scharfe Kritik an der behördlichen Auflagenpraxis.

„Die Verwaltung will das Surfen am Eisbach nicht regulieren, sondern verhindern“, heißt es in der Mitteilung des Vereins. Die Surfer sprechen von einer „administrativen Blockade“ und unerfüllbaren Auflagen. Der Verein kritisiert: „Ein zeitlich begrenzter, wissenschaftlich begleiteter Versuch wird mit Anforderungen überzogen, die selbst für dauerhafte Großinfrastrukturprojekte ungewöhnlich wären.“

Nach Aussage der Surfer würden die Behörden Sicherheit nicht als gestaltbare Aufgabe verstehen, „sondern als pauschales Totschlagargument, um jede Form von regulierter Nutzung auszuschließen.“ Weiter heißt es: „Wer Sicherheit wirklich will, schafft klare Regeln. Wer keine Nutzung will, schafft unerfüllbare Auflagen.“

Das Baureferat hatte im Oktober das Bachbett von Unrat und Sedimenten gereinigt. Seitdem baut sich die Welle nicht mehr wie gewohnt auf und ist verschwunden. Mehrere Versuche scheiterten. Zuletzt wurde an Heiligabend auf der Welle gesurft, nachdem Unbekannte dort eine Vorrichtung eingebaut und ein Plakat aufgehängt hatten mit der Aufschrift „Just watch – Merry X-Mas“. Dauerhaft hielten die Konstruktionen bislang jedoch nicht.

Die Surfer sehen in den aus ihrer Sicht nicht erfüllbaren Auflagen einen Ausdruck politischen Willens. „Die Verwaltung entscheidet hier nicht über ein konkretes Projekt, sondern über die Frage, wie viel Stadtleben noch gewollt ist“, schreiben sie in ihrer Mitteilung. „Formal wird eine Genehmigung nicht ausgeschlossen. Faktisch wird sie unmöglich gemacht.“

Unter diesen Bedingungen sei „ein fairer, ergebnisoffener Versuch nicht möglich“. Daher werde der wasserrechtliche Versuch zur Wiederherstellung der Eisbachwelle abgebrochen. Der Verein betonte aber: „Die Debatte ist damit nicht beendet. Sie wird jetzt politisch.“

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