Der deutsche Rekordmeister beeindruckt zum Auftakt der Champions League. t-online-Kolumnist Stefan Effenberg erklärt, warum. Dazu nimmt er einen Spieler des Rekordmeisters in Schutz – und warnt den BVB.
Es waren wechselhafte Auftritte der deutschen Mannschaften zum Champions-League-Auftakt in der abgelaufenen Woche. Aber wenn sie uns etwas gezeigt haben, dann, dass die Klubs aus der Bundesliga im europäischen Vergleich mehr als mithalten können. So schlecht, wie wir uns selbst da manchmal einordnen, sind wir nicht – und ich sage jetzt schon: Es ist nicht unmöglich, dass es alle vier deutschen Teams in die K.-o.-Runde schaffen.
Der FC Bayern hat direkt ein Ausrufezeichen gesetzt: 3:1 gegen den FC Chelsea, den amtierenden Klub-Weltmeister, vor dem viele im Vorfeld gehörigen Respekt hatten. Aber die Münchner haben mit einer dominanten und überzeugenden Vorstellung völlig verdient gewonnen – das war einfach beeindruckend, ein Zeichen an Europa.
Zwar war Chelsea offensiv harmlos, zeigte ein ganz anderes Gesicht als noch bei der Klub-WM im Sommer. Das war schon sehr enttäuschend – aber: Daran hatten die Bayern auch einen erheblichen Anteil. Sie haben den Londonern einfach nichts angeboten und sie mit ihrer offensiven Wucht immer wieder vor erhebliche Probleme gestellt. Das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können. Stark war auch, wie sich die Bayern nach dem schnellen Anschlusstreffer der Londoner nicht in ihrem Spiel stören ließen, sondern genauso weitermachten wie zuvor.
Eine Einwechslung bei den Bayern wurde derweil viel diskutiert: Der zuletzt scharf kritisierte Sacha Boey durfte erneut spielen, wurde von Bayern-Trainer Vincent Kompany in der zweiten Halbzeit für den verletzten Josip Stanišić eingewechselt. Und ich sage: Kompany macht damit alles richtig. Das ist Psychologie. Er zeigt Boey damit, dass er ihm weiter vertraut, dass er weiter an ihn glaubt. So bekommt er seine Chancen – auch wenn es für ihn, so ehrlich muss man auch sein, für die Startelf beim FC Bayern nie reichen wird, wenn alle anderen fit sind. Jetzt hat er gegen Chelsea fast eine komplette Halbzeit gespielt, ist endlich mal nicht negativ aufgefallen – das wird ihm guttun.
