Neue Untersuchung

Ein Drittel der Menschen will nicht wissen, ob und wie krank sie sind


27.08.2025 – 10:34 UhrLesedauer: 2 Min.

Häufiges Phänomen: Viele Menschen verschließen insbesondere vor schweren Krankheiten die Augen. (Quelle: FG Trade/getty-images-bilder)

Vorsorge, Check-ups, Blutwerte? Für viele klingt das nach Stress statt Sicherheit. Eine Studie zeigt: Viele wollen über mögliche Krankheiten lieber gar nichts wissen.

Rund ein Drittel der Menschen geht Informationen zu schweren Krankheiten wie Krebs, Alzheimer oder Diabetes aus dem Weg. Das zeigt eine neue Analyse des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung. Dazu gehört beispielsweise, Arztbesuche hinauszuzögern oder gar nicht wahrzunehmen, sich nicht mit Aufklärungsmaterialien zu befassen und medizinische Tests zu meiden oder die Ergebnisse zu ignorieren.

Die neue Analyse wertete 92 internationale Studien mit über 560.000 Teilnehmenden aus 25 Ländern aus – inklusive Deutschland. Die Studien umfassen unter anderem die Krankheiten Alzheimer, Huntington, HIV/Aids, Krebs und Diabetes.

Das Ergebnis: Fast jeder dritte Studienteilnehmer vermeidet Informationen über mögliche Erkrankungen. Am höchsten war die Quote bei zwei unheilbaren neurodegenerativen Krankheiten: Bei Alzheimer lag die Vermeidungs-Quote bei 41 Prozent und bei Huntington bei 40 Prozent.

Bei schweren, aber behandelbaren Krankheiten wie einer HIV-Infektion oder Krebs sank die Quote derjenigen, die Informationen dazu ausblenden, auf 32 beziehungsweise 29 Prozent. Mit 24 Prozent am geringsten ausgeprägt war das Vermeidungsverhalten bei Diabetes, der zwar chronisch, aber gut behandelbar ist.

Als Gründe für dieses Verhalten nennen die Experten unter anderem:

Das Geschlecht und die ethnische Zugehörigkeit sind der Studie zufolge nicht ausschlaggebend.

Das Problem dabei: Wer Symptome ignoriert oder sich nicht untersuchen lässt, riskiert, schwer behandelbare Erkrankungen erst spät zu erkennen. Dabei lassen sich viele Krankheiten im Frühstadium gut kontrollieren oder sogar heilen.

Bei Krebs etwa erhöht die Früherkennung in vielen Fällen die Heilungschancen erheblich. Auch bei chronischen Krankheiten wie Diabetes kann eine rechtzeitige Diagnose Folgeerkrankungen verhindern. Doch wer den Brief vom Hausarzt nicht öffnet oder Untersuchungstermine wiederholt verschiebt, verzichtet auf diese Chancen.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version