Langzeitstudie mit Älteren

So viele Eier pro Woche könnten das Alzheimer-Risiko senken


12.05.2026 – 07:07 UhrLesedauer: 3 Min.

Eier zum Frühstück: Eier sind gesund - wenn sie nicht immer mit Wurst, Käse und Butter kombiniert werden.

Ein warmes Frühstück: Eier sind gesund – wenn sie nicht immer mit Wurst, Käse und Butter kombiniert werden. (Quelle: Zorica Nastasic/getty-images-bilder)

Eier galten lange als ungesund. Nun deutet eine große Langzeitstudie darauf hin, dass sie sogar das Gehirn schützen können. Besonders ältere Menschen könnten davon profitieren.

Wer regelmäßig Eier isst, erkrankt womöglich seltener an Alzheimer. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie aus den USA, die kürzlich im Fachjournal „The Journal of Nutrition“ veröffentlicht wurde. Für die Studie beobachteten die Forscher fast 40.000 ältere Menschen über mehr als 15 Jahre hinweg.

Gut zu wissen

Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz. Die Erkrankung zerstört nach und nach Nervenzellen im Gehirn. Betroffene verlieren ihr Gedächtnis, ihre Orientierung und später oft auch ihre Selbstständigkeit. Heilbar ist Alzheimer bislang nicht. Deshalb suchen Forscherinnen und Forscher weltweit nach Möglichkeiten, das Erkrankungsrisiko zu senken. Auch die Ernährung spielt dabei eine wichtige Rolle. Welche Warnzeichen auf eine Alzheimer-Demenz hinweisen, lesen Sie hier.

Je mehr Eier, desto besser

Für die Untersuchung wertete ein Team der Loma Linda University Daten von 39.498 älteren Menschen aus. Alle Teilnehmer gehörten zur sogenannten Adventist Health Study-2, einer großen Gesundheitsstudie in den USA, welche die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der Probanden erfasst. Während der durchschnittlichen Beobachtungszeit von 15,3 Jahren entwickelten 2.858 Personen Alzheimer.

Um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und dem Eierkonsum gibt, teilten die Forscher die Probanden danach ein, wie oft sie Eier konsumierten – von „nie oder selten“ bis hin zu „mindestens fünfmal pro Woche“. Anschließend verglichen sie die Alzheimer-Fälle in den verschiedenen Gruppen.

Das Ergebnis: Menschen mit regelmäßigem Eierkonsum erkrankten deutlich seltener an Alzheimer.

  • Wer mindestens fünf Eier pro Woche aß, hatte ein um 27 Prozent geringeres Risiko als Personen, die kaum oder nie Eier verzehrten.
  • Bei zwei bis vier Eiern pro Woche sank das Risiko um etwa 20 Prozent.
  • Teilnehmer, die ein- bis dreimal im Monat Eier aßen, hatten ein um 17 Prozent niedrigeres Risiko.

Wichtig: Die Forscher berücksichtigten dabei nicht nur den offensichtlichen Eierkonsum – etwa Rührei, Spiegelei, gekochte Eier – sondern auch verarbeitete Eier, die etwa in Backwaren und verpackten Lebensmitteln enthalten sind.

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Warum Eier dem Gehirn helfen könnten

Die Studie untersuchte nicht, mithilfe welches Mechanismus Eier das Gehirn vor Alzheimer schützen können. Die Wissenschaftler vermuten allerdings, dass mehrere Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sein könnten. Sie weisen etwa auf das in Eiern enthaltene Cholin hin. Der Körper nutzt diesen Nährstoff unter anderem zur Bildung der Botenstoffe Acetylcholin und Phosphatidylcholin, die beide essenziell für das Gedächtnis und die Weiterleitung von Reizen zwischen Nervenzellen sind.

Außerdem liefern Eier die Carotinoide Lutein und Zeaxanthin. Diese sogenannten Carotinoide lagern sich auch im Gehirngewebe an und wirken antioxidativ. Das bedeutet: Sie schützen Zellen vor schädlichen Sauerstoffverbindungen, die mit Alterungsprozessen und Nervenschäden in Verbindung stehen.

Hinzu kommen Omega-3-Fettsäuren und sogenannte Phospholipide. Diese Fettstoffe sind wichtige Bestandteile der Zellmembranen im Gehirn und unterstützen die Kommunikation zwischen Nervenzellen. Besonders das Eigelb enthält viele dieser Stoffe.

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