Infektionsquelle ungewiss

RKI meldet zwei neue Ehec-Todesfälle


Aktualisiert am 23.10.2025 – 17:15 UhrLesedauer: 2 Min.

Laborproben: Ehec sind bestimmte Darmbakterien, die schwere Durchfallerkrankungen auslösen können. (Quelle: Jens Büttner/dpa/dpa-bilder)

Nach einem Ehec-Ausbruch in Deutschland Ende August meldet das Robert Koch-Institut zwei Todesfälle. Die Suche nach der genauen Infektionsquelle dauert an.

Mindestens zwei Menschen in Deutschland sind infolge einer Ehec-Infektion gestorben. Es handelt sich um einen Jungen im Alter von 5 bis 10 Jahren und einer Frau im Alter von 70 bis 80 Jahren, wie es in einem aktuellen Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) heißt. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes machte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage keine genaueren Angaben zu genauem Alter, Todeszeitpunkt oder Wohnort.

Das Kind war am sogenannten hämolytisch-urämische Syndrom (Hus) erkrankt, einer schweren Komplikation, die zu Nierenversagen führen kann. Die Sterblichkeit des Hus liegt laut RKI bei ungefähr 2 Prozent.

Darüber hinaus wurde ein weiterer Todesfall gemeldet, der wahrscheinlich ebenfalls im Zusammenhang mit dem Ehec-Ausbruch steht. Es handelt sich um eine über 90-jährige Frau.

Ehec wurde erstmals Ende August verstärkt nachgewiesen. Mit Stand 22. Oktober werden dem Ausbruch183 Fälle zugeordnet, davon 48 Hus-Fälle. Bei 168 weiteren Fällen ist noch unklar, ob sie dem Ausbruch zuzuordnen sind. Das RKI geht von einer größeren Dunkelziffer aus, da nicht bei allen Menschen mit blutigem Durchfall oder Hus eine bakterielle Diagnostik durchgeführt wird.

Mecklenburg-Vorpommern ist nach Angaben aus dem Bericht das Bundesland mit den meisten bestätigten Fällen. Ein weiterer Schwerpunkt des Ausbruchs liegt demnach im Westen, insbesondere im zentralen Teil von Nordrhein-Westfalen.

Laut RKI muss davon ausgegangen werden, dass die Erkrankungen über ein oder mehrere kontaminierte Lebensmittel verursacht werden. „Die konkreten Ansteckungsquellen konnten bisher trotz umfangreicher Bemühungen leider noch nicht identifiziert werden“, heißt es in dem aktuellen Bericht.

Diesem zufolge kommen wahrscheinlich ein oder mehrere überregional vertriebene und im Einzelhandel erworbene Lebensmittel infrage, zum Beispiel Fleisch- und Wurstprodukte. Zum jetzigen Zeitpunkt schließt das RKI aber auch andere Lebensmittel, zum Beispiel pflanzlichen Ursprungs, nicht sicher aus.

Hinweise auf andere mögliche Infektionsquellen, zum Beispiel Tierkontakte oder Kontakt mit Oberflächengewässern, hätten die Befragungen von erkrankten Personen nicht ergeben.

Einzelne Mensch-zu-Mensch-Infektionen könnten nicht ausgeschlossen, aber auch nicht sicher bestätigt werden, sagte die RKI-Sprecherin. „Die Betroffenen könnten im Zweifel auch das gleiche kontaminierte Lebensmittel, vielleicht auch zu unterschiedlichen Zeitpunkten, verzehrt haben.“

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