Tanken in Deutschland
Spritpreise fallen auf tiefsten Stand seit zwei Monaten
08.05.2026 – 20:54 UhrLesedauer: 3 Min.
E10 kostet unter 2 Euro, am Morgen an vielen Tankstellen sogar unter 1,90 – auch weil der Ölpreis sinkt. Laut ADAC und Ifo wird der „Tankrabatt“ aber nicht ganz weitergegeben.
Gute Nachrichten für Deutschlands Autofahrer: Die Spritpreise in Deutschland sind auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten gefallen. Ein Liter der Sorte E10 kostete im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Donnerstags 1,984 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 1,8 Cent weniger als am Mittwoch. Diesel sank um 3,1 Cent auf 2,025 Euro.
Am Vortag war er sogar noch etwas deutlicher nach unten gegangen, sodass sich für beide Spritpreise kräftige Rückgänge ergeben. Für E10 ist es der niedrigste Preis seit dem 8. März, für Diesel der niedrigste seit dem 4. März.
E10 hatte seither nur einmal im bundesweiten Tagesschnitt weniger als 2 Euro gekostet – am 1. Mai, dem Start des „Tankrabatts“, danach waren die Preise sukzessive gestiegen, was auch zu Debatten über die Weitergabe des „Tankrabatts“ führte.
Zum aktuellen Rückgang der Spritpreise dürfte vor allem der sinkende Ölpreis beigetragen haben, der seit einem Hoch am Montag deutlich nachgegeben hat. Dennoch war E10 am Donnerstag nur 14,2 Cent billiger als am 30. April, dem letzten Tag vor Einführung der Steuererleichterung, die pro Liter 16,7 Cent ausmacht. Diesel war 19 Cent billiger.
Trotz leicht sinkender Tagesdurchschnittspreise hält der ADAC die Spritpreise nach wie vor für überteuert. Das gelte insbesondere vor dem Hintergrund der Energiesteuersenkung von rund 17 Cent. Hauptgrund für die aktuell leicht sinkenden Spritpreise sei der gesunkene Ölpreis, dem die Kraftstoffpreise folgten, so der ADAC.
Vor etwas mehr als einer Woche habe der Brent-Preis noch bei über 110 US-Dollar gelegen, aktuell bewege er sich im Bereich von 100 US-Dollar. Unterstützt werde diese Entwicklung durch einen stärker werdenden Euro gegenüber dem US-Dollar. Nach Einschätzung des ADAC ist die jetzt spürbare Preissenkung nur zum Teil auf die Energiesteuersenkung zurückzuführen, so dass vor allem bei Super E10 noch erhebliches Potenzial für Preissenkungen für Deutschlands Autofahrere vorhanden sei.
Der ADAC und das Münchner Ifo-Institut waren zuletzt zum Schluss gekommen, dass der „Tankrabatt“ bei Spritpreisen nicht vollständig an die Autofahrer weitergegeben wird. Das Ifo beobachtet eine sukzessiv steigende, aber nicht vollständige Weitergabe an die Autofahrer.
Mit den Preisen vom Donnerstag wurden laut Ifo-Experte Florian Neumeier bei E10 15 Cent, und bei Diesel 14 Cent des Rabatts weitergegeben. Das Ifo zieht für seine Berechnungen dabei unter anderem die Spritpreise in Frankreich als Vergleichswert heran.
