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You are at:Home»Auto»E-Auto-Prämie auch für Gebrauchrwagen: Experten warnen vor Risiko
Auto

E-Auto-Prämie auch für Gebrauchrwagen: Experten warnen vor Risiko

wochentlich.deBy wochentlich.de15 Oktober 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Das ist der Grund

Experten warnen vor E-Auto-Prämie für Gebrauchtwagen


15.10.2026 – 14:00 UhrLesedauer: 3 Min.

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Elektroauto wird geladen (Symbolbild): Für Neuwagen gibt es eine Förderprämie, für Gebrauchtwagen nicht. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa/dpa-tmn/dpa-bilder)

Aktuelle Zeit:0:00Gesamtdauer:0:00

Die Förderung für E-Autos läuft seit mehr als fünf Monaten – allerdings nur für Neuwagen. Was aus Sicht der Agora Verkehrswende gegen eine Einbeziehung von Gebrauchten spricht.

Als die neue E-Auto-Prämie im Mai startete, sollte sie vor allem Haushalte mit kleinerem und mittlerem Einkommen entlasten. Nach Regierungsangaben wurde sie bis Anfang Oktober bereits an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Gebrauchte Elektroautos bleiben allerdings außen vor.

Diese Entscheidung war schon bei der Einführung der Prämie umstritten: Viele Privatkäufer suchen aus Kostengründen nicht nach einem Neuwagen, sondern nach einem Gebrauchten. Kritiker fürchten, dass damit die E-Mobilität nicht bei Haushalten ankommt, für die ein neues E-Auto trotz Förderung zu teuer ist. Eine Kaufprämie für gebrauchte Stromer klingt deshalb naheliegend. Der ACV Automobil-Club Verkehr forderte erst kürzlich, die verfügbaren Fördermittel auch für gebrauchte Elektroautos einzusetzen. Der Think Tank Agora Verkehrswende warnt jedoch vor diesem Schritt: Eine solche Förderung könnte die Fahrzeuge nicht günstiger, sondern teurer machen.

Das ist die Agora Verkehrswende

Agora Verkehrswende ist ein Berliner Think Tank, der Studien und Vorschläge für einen klimaneutralen Verkehr in Deutschland und Europa entwickelt. Gegründet wurde die Organisation 2016 von der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation. Finanziert wird Agora Verkehrswende vor allem von diesen beiden Organisationen sowie durch weitere Stiftungen und öffentliche Mittel.

Der Grund ist der enge Markt. Wenn mehr Käufer mit staatlicher Unterstützung auf ein knappes Angebot treffen, könnten Verkäufer höhere Preise verlangen. Damit würden Käufer kaum etwas sparen.

„Eine Kaufförderung für gebrauchte E-Pkw könnte den Markt ungünstig verzerren“, sagt Wiebke Zimmer, stellvertretende Geschäftsführerin von Agora Verkehrswende. Das Angebot sei ohnehin knapp, die Nachfrage habe zuletzt stark zugenommen. Die Preise dürften auf absehbare Zeit eher hoch bleiben.

Warum der Gebrauchtmarkt wichtig ist

Der Gebrauchtwagenmarkt ist für die Verkehrswende zentral, weil viele private Haushalte dort kaufen – vor allem, weil Neuwagen in den vergangenen Jahren immer teurer geworden sind. Interesse an gebrauchten E-Autos gibt es durchaus: Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Innofact im Auftrag von Agora Verkehrswende und der Stiftung Klimaneutralität zeigte im August 2025, dass sich auch in Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.000 Euro rund 37 Prozent der Kaufinteressierten einen vollelektrischen Gebrauchtwagen vorstellen können.

Auch die Marktdaten zeigen Bewegung. Im August 2026 waren 5,3 Prozent der Besitzumschreibungen bei gebrauchten Pkw für vollelektrische Fahrzeuge, ein Jahr zuvor waren es 3,9 Prozent. Der Markt wächst also – aber von einem niedrigen Niveau aus.

Das Angebot bleibt knapp

Das Problem: Gebrauchte E-Autos lassen sich nicht kurzfristig vermehren. Was heute auf dem Markt steht, wurde vor Jahren neu zugelassen. Eine Prämie kann zwar die Nachfrage erhöhen, aber nicht sofort für mehr passende Fahrzeuge sorgen.

Zusätzlich verlassen viele gebrauchte E-Autos Deutschland. Nach Angaben von Agora wurden im ersten Halbjahr 2026 rund 33.700 gebrauchte E-Pkw exportiert, aber nur 4.700 importiert. Wichtige Zielländer sind Dänemark, die Niederlande, Finnland und Belgien, wo Verbrenner teils hoch besteuert werden und die Kunden bereit sind, mehr Geld für einen gebrauchten E-Wagen zu bezahlen.

Ab 2027 könnte das Angebot zusätzlich unter Druck geraten. Weil die Neuzulassungen von E-Autos 2024 nach dem Ende der früheren Kaufprämie zurückgingen, rechnet Agora mit weniger Leasingrückläufern. Weniger Neuwagen von damals bedeuten weniger Gebrauchtwagen von morgen.

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