Neues KI-Modell
Google gibt Gemini 4 Argon für Nutzer frei
15.10.2026 – 14:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Google hat Gemini 4 Argon freigegeben. Wer das neue KI-Modell nutzen kann und warum der Konzern Risiken von Cyberangriffen nicht ausschließt.
Google hat sein neues KI-Modell Gemini 4 Argon weltweit für zahlende Nutzer freigegeben. Wer ein Abo von Google AI Pro oder Google AI Ultra hat, kann das Modell ab sofort in der Gemini-App und im KI-Modus der Google-Suche nutzen. Das teilt der Konzern in einem Blogbeitrag mit. Vorgestellt hatte Google Argon bereits Ende September, Zugang hatten bis jetzt nur ausgewählte Partner.
Kunden des Einsteigertarifs Google AI Plus, der je nach Speicherplatz 4,99 oder 9,99 Euro im Monat kostet, erhalten keinen Zugang zu Argon. AI Pro kostet 21,99 Euro im Monat, AI Ultra ab 99,99 Euro. Nur Ultra-Abonnenten erhalten Argon zudem in Antigravity. Auf dieser Plattform von Google erledigen KI-Agenten selbstständig Aufgaben, etwa das Programmieren.
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Entwickler und Unternehmen können Argon kostenpflichtig über die Programmierschnittstelle (API) einbinden. Bis zum 30. November verlangt Google zwei Dollar pro Million Eingabe-Token und zehn Dollar pro Million Ausgabe-Token. Token sind die Textbausteine, in die KI-Modelle Ein- und Ausgaben zerlegen. Ab Dezember verdoppeln sich die Preise auf 4 und 20 Dollar.
Unabhängiger Test sieht Argon nicht vorn
Laut Google löst Argon komplexe Aufgaben beim Programmieren sowie in Finanzen, Recht, Cybersicherheit und Wissenschaft. Das Modell beantworte Fragen direkter als seine Vorgänger, vermeide unnötige Wiederholungen und halte sich genauer an Stilvorgaben. Intern habe Argon etwa dem Chrome-Team geholfen, eine Umstrukturierung über Hunderte Dateien in wenigen Wochen statt in Monaten abzuschließen.
Im Intelligenzindex des unabhängigen Analysedienstes Artificial Analysis kommt Argon auf 53 Punkte und liegt damit ungefähr gleichauf mit GPT-6 Astra von OpenAI. Claude Opus 5.5 von Anthropic erreicht dort 58 Punkte, Claude Sonnet 5.5 und Metas Muse Wonder Full jeweils 56.
Google sieht Risiken von Cyberangriffen
Google prüft neue Modelle vor dem Start auf gefährliche Fähigkeiten. Für Bereiche wie Cyberangriffe oder gefährliche biologische Stoffe hat der Konzern Grenzwerte festgelegt. Erreicht ein Modell einen solchen Wert, könnte es ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen schweren Schaden ermöglichen.
Bei Argon kann Google laut der technischen Beschreibung des Modells nicht ausschließen, dass diese Grenzen in beiden Bereichen erreicht sind. In Tests, in denen das Modell Cyberangriffe nachstellen sollte, bewältigte Argon nach Angaben des Konzerns alle zwölf Szenarien. Die Vorgängergeneration schaffte fünf.
Google verweist auf zusätzliche Schutzmaßnahmen. Argon soll gefährliche Anfragen häufiger ablehnen als frühere Modelle. Ein Überwachungssystem soll zudem erkennen, wenn ein KI-Agent unerlaubte Abkürzungen nimmt und etwa eine fehlende Zugriffsberechtigung umgeht. Den Agenten soll es dann in Echtzeit stoppen. Nach Einschätzung von Google senken die Maßnahmen das Risiko so weit, dass es unter den festgelegten Grenzwerten bleibt.