Todesstrafe in drei Bundesstaaten

USA: Drei Hinrichtungen an einem Tag – Gnade in Kalifornien


Aktualisiert am 06.11.2026 – 10:58 UhrLesedauer: 2 Min.

Jesse Guardado (Archivbild): Der 64-jährige wurde am Donnerstag in Florida hingerichtet. (Quelle: Florida Department of Corrections)

Der Mörder entschuldigt sich noch bei den Angehörigen seines Opfers, wenige Minuten später ist er tot.

In den USA sind am Donnerstag drei zum Tode verurteilte Männer in den Bundesstaaten Florida, Alabama und Indiana hingerichtet worden. Bereits im August waren an einem Tag drei Todesurteile in unterschiedlichen Bundesstaaten vollstreckt worden. Davor hatte es das zuletzt im Jahr 2010 gegeben.

In Florida wurde Jesse Guardado nach einer tödlichen Injektion um 18.13 Uhr (Ortszeit) für tot erklärt. Der 64-Jährige hatte gestanden, 2004 eine 75-Jährige in ihrem Haus erstochen zu haben und anschließend ihr Schmuckkästchen, 80 US-Dollar und andere Wertsachen gestohlen, um Drogen zu kaufen. Der Verurteilte hatte seine letzten Worte genutzt, um sich bei den Angehörigen des Opfers zu entschuldigen. Unmittelbar danach wurde ihm der tödliche Wirkstoff zugeführt.

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Wenige Stunden zuvor wurde in Indiana ein 50-Jähriger hingerichtet. Jeffrey Weisheit hatte 2010 das Haus seiner Ex-Partnerin in Brand gesetzt. Dabei kamen ihre zwei Kinder ums Leben. Ein Gnadengesuch, seine Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln, hatte der republikanische Gouverneur Mike Braun abgelehnt.

Die letzte Hinrichtung des Tages erfolgte in Alabama. 1991 hatte der damals 19 Jahre alte Mann bei einem Raubüberfall ein Ehepaar im Alter von 83 und 79 Jahren mit einer Metallstange erschlagen. Gegner der Todesstrafe hatten die republikanische Gouverneurin Kay Ivey vergeblich gebeten, die Strafe wegen des damaligen Alters und Unreife des Verurteilten in lebenslange Haft umzuwandeln.

Kalifornien will Todesurteile umwandeln

Parallel dazu wird in den USA über die Todesstrafe diskutiert. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom kündigte am Donnerstag an, die Todesurteile von 548 Gefangenen in Haftstrafen umwandeln zu wollen.

Anders ist die Entwicklung in Florida: Unter dem republikanischen Gouverneur Ron DeSantis, der wie der demokratische Newsom 2027 aus dem Amt scheidet, wurden in diesem Jahr bereits 19 Menschen hingerichtet – ebenso viele wie im Rekordjahr 2025. Zwei weitere Hinrichtungen sind bis Jahresende geplant. Laut der Nichtregierungsorganisation „Death Penalty Information Center“ wurden in den USA in diesem Jahr bislang 35 Menschen hingerichtet – in insgesamt sieben Bundesstaaten.

Dem Meinungsforschungsinstitut „Gallup“ zufolge befürworteten in den 1990er Jahren etwa vier von fünf US-Amerikanern die Todesstrafe. 2025 waren es nur noch 52 Prozent. 23 Bundesstaaten haben die Todesstrafe abgeschafft.

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