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Finanzen

DIHK-Chefin Melnikov warnt vor Abwanderung

wochentlich.deBy wochentlich.de4 Januar 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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DIHK-Chefin Melnikov warnt vor Abwanderung
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Über 1.600 Firmenpleiten

„Das ist ein Alarmsignal für den Standort Deutschland“

04.01.2026 – 09:26 UhrLesedauer: 2 Min.

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Deutschlands Mittelstand in der Industrie (Symbolbild): Immer mehr Betriebe verlagern ihre Produktion oder schließen ganz. (Quelle: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa/dpa-bilder)

Deutschlands Industriebetriebe zählen mehr als 1.600 Insolvenzen – allein im vergangenen Jahr. Jetzt warnt DIHK-Chefin Melnikov vor wirtschaftlichen Folgen.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnt vor einer verstärkten Abwanderung heimischer Unternehmen ins Ausland. „Die Gefahr ist real“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters. Besonders die Industrie stehe massiv unter Druck. „Wir sehen klare Anzeichen für eine De-Industrialisierung: Mittelständische Betriebe verlagern ihre Produktion oder schließen ganz“, sagte Melnikov.

Seit 2019 seien bereits 400.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. 2025 habe es mehr als 1.600 Insolvenzen allein in der Industrie gegeben – so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. „Das ist ein Alarmsignal für den Standort Deutschland“, betonte
die DIHK-Hauptgeschäftsführerin.

Die Ursachen dafür seien gestiegene Arbeits- und Energiekosten, hohe Unternehmenssteuern und eine noch immer enorme Bürokratiebelastung. „Wenn die Politik nicht konsequent gegensteuert, droht ein massiver Verlust von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen“, sagte Melnikov.

Sie verwies auf die schwachen Konjunkturaussichten. Die DIHK rechnet für 2026 mit einem Wachstum von nur 0,7 Prozent. „Das ist kein Aufschwung, sondern ein Minimalwert und zum Teil allein darauf zurückzuführen, dass 2026 weniger Feiertage auf Werktage fallen“, betonte die DIHK-Expertin. „Nach drei Jahren ohne Wirtschaftswachstum ist das ein schwaches Signal.“

Die aktuelle DIHK-Konjunkturumfrage unter rund 23.000 Unternehmen zeige, dass nur 15 Prozent der Betriebe eine bessere Lage erwarten. Jedes dritte Unternehmen wolle Investitionen kürzen, jedes vierte Stellen abbauen. „Für einen wirklichen Aufschwung fehlt der nötige Schwung“, sagte Melnikov. „Die bisherigen Reformen kommen bei den Betrieben nicht an.“

Die Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) allein brächten noch keine Impulse. Diese seien kein Ersatz für dringend notwendige Reformen am Standort Deutschland. „Unternehmen, die hier keine langfristige Perspektive sehen, investieren auch bei niedrigeren Finanzierungskosten nicht“, sagte die DIHK-Hauptgeschäftsführerin. Die EZB hatte ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 von vier auf zwei Prozent halbiert. In der zweiten Jahreshälfte tastete sie ihn wegen bestehender Inflationsgefahren nicht mehr an.

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