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Studie belegt Gefühl von Unsicherheit

wochentlich.deBy wochentlich.de1 Mai 2026Keine Kommentare3 Mins Read
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Studie belegt Gefühl von Unsicherheit
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Neue Studie

So unsicher fühlen sich Juden in Deutschland


01.05.2026 – 05:10 UhrLesedauer: 4 Min.

imago images 0705836914Vergrößern des Bildes

Besucher einer Synagoge in Potsdam: Die Mehrheit der Jüdinnen und Juden fühlt sich in Deutschland nicht sicher. (Quelle: IMAGO/Thomas Trutschel/imago)

Drohanrufe und judenfeindliche Graffiti: Die Lage für die in Deutschland lebenden Juden bleibt weiter stark angespannt. Die Politik versucht zu reagieren.

Jüdinnen und Juden nehmen das Leben in Deutschland überwiegend als unsicher wahr – und erleben zugleich immer weniger Solidarität und Unterstützung aus der Zivilgesellschaft. Das ist das Ergebnis des Lagebilds der jüdischen Gemeinden in Deutschland, das der Zentralrat der Juden im März unter Führungskräften von insgesamt 102 jüdischen Gemeinden erhoben hat.

Demnach hat sich das Sicherheitsempfinden im vergangenen Jahr zwar leicht verbessert. Dennoch gaben 68 Prozent der Befragten an, dass sie sich seit dem Massaker der Hamas in Israel am 7. Oktober, dem anschließenden Militäreinsatz Israels im Gazastreifen und den darauf folgenden Demonstrationen in Deutschland nicht sicher fühlten.

Verschärft hat sich die Situation dabei seit dem Ausbruch des Kriegs im Iran. 62 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich ihr Sicherheitsempfinden seitdem eher oder deutlich verschlechtert hat. Konkret sorgen etwa aggressive Proteste gegen Israel für Angst sowie der Anstieg antisemitischer Vorfälle. Viele Juden berichten aber auch davon, dass sie ihre jüdische Identität verheimlichten oder darauf verzichteten, traditionelle jüdische Symbole zu tragen.

„Nach dem explosionsartigen Anstieg des Antisemitismus in Folge des 7. Oktober hat sich eine ’neue Normalität‘ herausgebildet“, sagt Josef Schuster, Präsident des Zentralrats der Juden. Inzwischen gebe es eine Lage, in der jüdische Gemeinden permanent geschützt werden müssen, Antisemitismus erfahre eine Normalisierung in der Gesellschaft. Selbst Graffiti, die zum Mord an Juden aufriefen, lösten keinen Sturm der Entrüstung mehr aus, so Schuster. „Diese Zustände sind unhaltbar.“

Zudem weist Schuster darauf hin, dass sich die Lage in Deutschland auch seit dem Waffenstillstand zwischen Israel, den USA und dem Iran auf der anderen Seite nicht entspannt habe. „Dieser Befund zeigt glasklar: der Krieg im Nahen Osten war immer nur ein Vorwand, niemals ein Grund für antisemitische Übergriffe und Hetze in Deutschland.“

Wie sich diese Hetze, wie sich dieses Gefühl von Unsicherheit konkret äußert, zeigen die Einschätzungen der befragten Gemeindefunktionäre selbst. Der Zentralrat hat sie anonymisiert. Einer sagt etwa: „Als Kippaträger vermeide ich es inzwischen, sie im öffentlichen Raum zu tragen.“ Ein anderer: „Ich trage aus Sicherheitsgründen meinen Davidstern nicht mehr offen.“ Und auch übers Auswandern denkt manch einer nach: „Die Koffer werden langsam gepackt.“

Auffällig im Lagebild ist: Besonders groß ist das Unsicherheitsgefühl der Betroffenen in den großen Städten. Dort kommt es einerseits häufiger zu großen Demonstrationen, die sich für die Palästinenser einsetzen, sich zugleich aber häufig genug gegen Israel und Juden im Allgemeinen richten. Andererseits sind die jüdischen Gemeinden in Metropolen wie Berlin oder München häufiger sichtbar und damit leichter ein Ziel für Angriffe.

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