Kahlschlag in Wolfsburg

Nach 24 Jahren: VW-Klassiker vor dem Aus


08.07.2026 – 07:08 UhrLesedauer: 2 Min.

VW Touareg: Auch dieses Modell, das seit 2002 vom Band läuft, steht auf der Streichliste des Volkswagen-Konzerns.

Volkswagen will eisern sparen: Bis zu 100.000 Arbeitsplätze stehen zur Disposition, vier deutsche Werke wackeln, etablierte Baureihen werden gestrichen. Aus dem Aufsichtsrat kommt außerdem ein ungewöhnlicher Rettungsvorschlag.

Bei Volkswagen droht ein historischer Einschnitt. Der Konzern prüft die Schließung von mindestens vier deutschen Werken und verkleinert das eigene Modellprogramm. Betroffen sind die VW-Standorte Hannover, Emden und Zwickau sowie das Audi-Werk Neckarsulm. Weltweit steht fast jeder sechste der 657.000 Arbeitsplätze auf der Kippe. Beschlossen sind die Schließungen bislang jedoch nicht.

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Einige der bedrohten Werke bauen vor allem Elektroautos. In Hannover laufen der Multivan und der ID. Buzz vom Band, in Emden der ID.4 und der ID.7 und in Zwickau unter anderem der ID.3. In Neckarsulm fertigt die Tochter Audi die Modelle A5, A6 und letzte Exemplare des A8.

Wackelkandidat: Der VW Taigo war ursprünglich für Südamerika entwickelt, kam aber 2021 auch in Europa auf den Markt. Nun droht ihm hier das Aus. (Quelle: ULI_SONNTAG)

China-Montage gegen Werksschließungen?

Gegen die Sparpläne wehren sich Belegschaft, Gewerkschaften und Politik. Niedersachsens stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg, die für das Land im VW-Aufsichtsrat sitzt, warnte: „Einfach nur Werke zu schließen, wäre viel zu kurz gesprungen. Werksschließungen sind keine Zukunftsstrategie.“

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Für den Standort Zwickau sucht der Konzern bereits nach Alternativen. So könnte das Werk zu einem Recycling-Zentrum werden, in dem Arbeiter ausgediente Elektroautos zerlegen. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies, ebenfalls Mitglied des VW-Aufsichtsrats, erwägt unterdessen einen politisch brisanten Schritt: Er will chinesische Elektroautos in Deutschland produzieren lassen. Bei dieser sogenannten CKD-Fertigung liefert China vorgefertigte Baugruppen, die deutsche Arbeiter vor Ort nur noch endmontieren.

Bislang nutzen Autokonzerne dieses Verfahren vor allem in Entwicklungsländern. Dass ein VW-Aufsichtsrat eine solche Lösung für deutsche Traditionsstandorte ins Spiel bringt, zeigt die außergewöhnliche Lage des Konzerns.

Der Vorteil für den chinesischen Hersteller: Er kann teure EU-Strafzölle umgehen, indem er die Endmontage in Deutschland durchführt. Dazu müssen jedoch mindestens 40 Prozent der Wertschöpfung in Europa erfolgen, um insbesondere die Zollvorschriften für Batterien zu erfüllen.

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