Zu viele Touristen

Reiseführer: Diese Urlaubsziele sollten sie meiden

22.11.2025 – 02:11 UhrLesedauer: 4 Min.

Ein Kreuzfahrtschiff legt ab: Massentourismus schränkt zunehmend das Leben der Einheimischen ein. (Quelle: IMAGO/Hans-Jrgen Amberg/imago)

Viele Reiseziele leiden unter der großen Zahl an Touristen. Die Experten von Fodor’s haben jetzt ihre Liste von Destinationen bekannt gegeben, die besonders gefährdet sind

Der Reiseführer Fodor’s hat seine Liste von Reisezielen bekannt gegeben, die Touristen im kommenden Jahr besser meiden sollten. Das Unternehmen betonte, dass es sich hierbei nicht um einen Boykottaufruf handele. Stattdessen wolle man die Aufmerksamkeit auf Gebiete lenken, die durch ansteigenden Tourismus Schaden nehmen.

Auf Platz 1 der Liste steht die Antarktis. Daten zeigen laut Fodor’s, dass zwischen 2023 und 2024 etwa 120.000 Touristen die Region besucht haben und sich die Zahl bis 2033 verdoppeln könnte. Jessica O’Reilly, Professorin für Anthropologie an der amerikanischen Indiana University und Beraterin beim Antarktisvertrag, sagte den Reisefachleuten: „Die Umwelt ist empfindlich und einzigartig. Deshalb wollen die Menschen dorthin, aber deshalb kann sie [die Antarktis] auch nicht wirklich einen hohen Tourismusandrang verkraften.“

Auch auf der Liste sind die Kanaren. Diese haben in der ersten Hälfte des Jahres bereits 7,8 Millionen Touristen verkraften müssen. „Es ist ein Rekord, der die Einheimischen fragen lässt, wie viel ihre Inseln noch aushalten können“, heißt es auf der Webseite des Reiseführers. Die Experten verweisen auf Proteste von Einheimischen gegen Verkehrsbehinderungen, Verlust an bezahlbarem Wohnraum und Schäden an der Umwelt.

„Trotz besserer Infrastruktur und höherem Lebensstandard“ sagte der Gründer der Initiative CanaryGreen, John Dale Beckley, im Gespräch mit Mitarbeitern des Reisemagazins. „wächst das Bewusstsein, dass die tatsächlichen finanziellen Vorteile des Tourismus nicht bei den Einheimischen ankommen.“

In den USA raten die Reiseexperten von weiteren Besuchen des Glacier-Nationalparks in den Rocky Mountains im Bundesstaat Montana ab. Dort ziehen sich die Gletscher immer weiter zurück und dennoch strömen Touristenmassen dorthin. Viele befürchten, bald keine Gletscher sehen zu können. Der Nationalpark, der bereits zu den meistbesuchten Nationalparks des Landes zählt, verzeichnete im Jahr 2024 rund 300.000 Besucher mehr als 2023, von denen mehr als die Hälfte allein in den Monaten Juli und August kamen. Die Touristen verursachen Staus, mehr Müll und größere Gefahren für die Wildtiere im Park. Außerdem, so Fodor’s, steige die Gefahr von Waldbränden. Die Parkverwaltung versucht, mit Reservierungen in den Sommermonaten in den Hauptzeiten den Touristenstrom zu kontrollieren.

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