Aus gutem Grund
Diese Dresdner Elbinsel darf niemand betreten
Aktualisiert am 27.08.2026 – 10:19 UhrLesedauer: 1 Min.
Mitten in der Elbe liegt eine Insel, die schon seit Jahrzehnten nicht mehr betreten werden darf. Biber, Eisvogel und Fischotter haben dort einen Rückzugsort gefunden.
In Dresden gibt es eine der letzten beiden sächsischen Elbinseln – doch betreten darf sie niemand. Die Pillnitzer Elbinsel steht unter strengem Naturschutz. Selbst anzulegen oder Hunde auf die Insel lassen, ist ausdrücklich verboten. Wer gegen das Sächsische Naturschutzgesetz verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es auf der sächsischen Elbe noch 18 solcher Inseln. Durch den Ausbau der Elbe für die Schifffahrt verschwanden fast alle Elbinseln – die Schiffsmühlen wurden aufgekauft oder die Sand- und Kiesbänke abgetragen. Nur die Pillnitzer und die Gauernitzer Elbinsel bei Coswig blieben übrig.
Pillnitzer Insel: Zuhause von Bibern und Fischottern
Die Pillnitzer Elbinsel liegt direkt gegenüber dem Wasserpalais von Schloss Pillnitz und ist 10,5 Hektar groß. Seit 1924 steht sie unter Naturschutz, eines der ältesten Schutzgebiete Sachsens. Laut dem Umweltamt Dresden weist sie den bedeutendsten Auwald an der Elbe innerhalb Sachsens auf.

Auf der Insel wachsen typische Baumarten der Hartholzaue, darunter die in Sachsen vom Aussterben bedrohte Schwarzpappel. Das Fluss-Greiskraut hat hier sein letztes sächsisches Vorkommen.
Die Insel gilt als Refugium und Reproduktionszentrum für Stromtalpflanzen und als Rastplatz für ziehende Wasservögel. Rund 50 Vogelarten brüten hier, dazu leben Fischotter, Biber und Wildschweine auf der Insel.
Die Insel soll sich ohne menschliche Eingriffe entwickeln, so das Ziel des Umweltamtes. Seit 2006 bildet sie zusammen mit der Gauernitzer Elbinsel das Naturschutzgebiet „Elbinseln Pillnitz und Gauernitz“.