IHK-Wahldialog in Sachsen-Anhalt

AfD-Spitzenkandidat fehlt, als es um Fachkräfte geht

19.08.2026 – 14:26 UhrLesedauer: 2 Min.

Ulrich Siegmund (Archivbild): Der AfD-Spitzenkandidat kam nicht zum Wahldialog der IHK Halle-Dessau. (Quelle: IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler)

Die Wirtschaft hat viele Fragen an die Politik – besonders an die AfD. Doch deren Spitzenkandidat lässt sich beim IHK-Wahldialog vertreten. Vor allem ein Thema rückt dabei in den Fokus.

AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund hat beim Wahldialog der Industrie- und Handelskammer (IHK) Halle-Dessau gefehlt. Während die übrigen eingeladenen Parteien am Dienstagabend mit ihren Spitzenkandidaten vertreten waren, ließ sich Siegmund von dem AfD-Landtagsabgeordneten Jan Scharfenort vertreten. Die IHK zeigte sich enttäuscht.

IHK-Hauptgeschäftsführer Thomas Brockmeier machte deutlich, dass er Siegmund gerne persönlich mit Fragen der Wirtschaft konfrontiert hätte. Eine Frage zur Fachkräftezuwanderung hätten viele Menschen an ihn herangetragen. „Jetzt kann ich sie Herrn Siegmund leider nicht stellen.“ Auch Hans-Thomas Tillschneider, der zunächst als AfD-Vertreter im Gespräch gewesen war, kam nicht.

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Grund für die Abwesenheit des AfD-Spitzenkandidaten Siegmund sei die Überschneidung mit länger geplanten, anderweitigen Terminen gewesen, sagte Patrick Harr, Fraktionsgeschäftsführer der AfD im Magdeburger Landtag, der Deutschen Presse-Agentur. Gleiches gelte für den stellvertretenden Landesvorsitzenden Tillschneider.

Zehntausende Fachkräfte könnten fehlen

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Sachsen-Anhalt seinen wachsenden Fachkräftebedarf decken soll. Nach Angaben der IHK dürften dem Arbeitsmarkt allein aus demografischen Gründen in den kommenden zehn Jahren rund 100.000 Beschäftigte verloren gehen. Brockmeier verwies darauf, dass Siegmund von Kontakten zu rückkehrwilligen Sachsen-Anhaltern berichtet und sich zuversichtlich gezeigt habe, dass diese zurückkehren könnten.

Jan Scharfenort (Archivbild): Der AfD-Landtagsabgeordnete vertrat Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beim IHK-Wahldialog. (Quelle: Hendrik Schmidt)

Scharfenort betonte, die AfD unterscheide zwischen Asyl und qualifizierter Einwanderung. Gegen Fachkräfte, die über ein Arbeitsvisum nach Deutschland kämen, habe die Partei nichts. In einer Blitzfragerunde sprachen sich alle sieben Teilnehmer dafür aus, dass Sachsen-Anhalt weiterhin qualifizierte Zuwanderung aus dem Ausland braucht.

Wirtschaft blickt mit Sorge auf die Wahl

Die Landtagswahl findet am 6. September statt. In Umfragen liegt die AfD deutlich vorn. Die Frage der Zuwanderung beschäftigt vor allem auch Unternehmerinnen und Unternehmer mit Blick auf eine mögliche AfD-Regierungsbeteiligung. Gerade die Chemieindustrie hatte zuletzt mit Sorge auf den Ausgang der Wahl geblickt. Die Branche ist auf internationale Fachkräfte und europäische Zusammenarbeit angewiesen und sieht bei einer möglichen AfD-Regierungsbeteiligung politische Risiken für den Standort.

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