Am 12. Mai 1897 machten Torfstecher nahe dem niederländischen Dorf Yde einen Fund, der sie so sehr erschreckte, dass sie sofort flohen. Die langen roten Haare der gefundenen Moorleiche wirkten so lebendig, dass sie die Männer in Panik versetzte. Leider hatte die überstürzte Flucht Folgen. Der Körper wurde stark beschädigt, bevor er schließlich ins Museum gebracht werden konnte.
Die Jugendliche, die vor etwa 2.000 Jahren starb, hatte eine Schlinge um den Hals, eine Kopfhälfte war kahl geschoren worden. Forensische Rekonstruktionen zeigten, dass das Mädchen vermutlich an einer Skoliose litt. Ihr Gesicht wurde später mithilfe moderner Computertomografie dreidimensional rekonstruiert.
- Wo zu sehen: Drents Museum, Assen (Niederlande)
4. Trocken- und Kryptamumien
Rosalia Lombardo – die schönste Mumie der Welt
Rosalia Lombardo wurde nie „entdeckt“ – ihr Aufenthaltsort ist seit dem Tag ihrer Bestattung bekannt. Kurz vor ihrem zweiten Geburtstag starb das kleine Mädchen 1920 in Palermo an einer Lungenentzündung. Ihr Vater, ein sizilianischer General, beauftragte den Chemiker Alfredo Salafia mit ihrer Einbalsamierung und ließ sie direkt in einer privaten Kapelle der Kapuzinergruft aufstellen, wo sie bis heute zu sehen ist. Das Ergebnis hält Besucher seither in Atem. Rosalias Mumie wird von „Fans“ als schönste Mumie der Welt bezeichnet.
Jahrzehntelang war Salafias Rezeptur ein gut gehütetes Geheimnis; erst 2009 wurde dank wiederentdeckter Unterlagen gelüftet, dass er eine Mischung aus Formalin, Glyzerin, Zinksulfat, Alkohol und Salicylsäure verwendet hatte. Hinzu kommt ein schauriges Phänomen. Rosalias Augenlider scheinen sich mehrmals täglich zu öffnen und zu schließen – verursacht, wie Forscher herausfanden, durch Feuchtigkeit und Lichteinfall.
- Wo zu sehen: Kapuzinergruft (Catacombe dei Cappuccini), Palermo, Sizilien (Italien)
