DFB-Elf verliert mit neuem Bundestrainer

Etwas Schlechteres hätte Klopp nicht passieren können


28.09.2026 – 12:22 UhrLesedauer: 4 Min.

Ernste Miene: Bundestrainer Jürgen Klopp während des Spiels gegen Griechenland.

Ernste Miene: Bundestrainer Jürgen Klopp während des Spiels gegen Griechenland. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago-images-bilder)

Die deutsche Nationalmannschaft patzt beim Heimdebüt des neuen Bundestrainers. Die Niederlage hätte zu keinem unpassenderen Zeitpunkt kommen können, meint t-online-Kolumnist Stefan Effenberg – und wird deutlich.

Ich sage es ganz offen: Es hat tatsächlich einen Moment gedauert, bis ich dieses 0:1 der deutschen Nationalmannschaft gegen Griechenland verarbeitet hatte. Und ich komme nicht drumherum, so deutlich zu werden: Ein schlechteres Ergebnis hätte Neu-Bundestrainer Jürgen Klopp so früh in seiner Amtszeit nicht passieren können. Aber nicht nur das: Ein schlechteres Ergebnis hätte auch Fußball-Deutschland und der Euphorie, die mit Klopps Amtsantritt entfacht wurde, nicht passieren können. Es ist genau das eingetreten, wovor ich noch in meiner letzten Kolumne nach der Kadernominierung gewarnt habe: Ein ganz heftiger Dämpfer für die gerade erst wieder entwickelte Begeisterung und Vorfreude rund um die DFB-Elf.

Allen, die etwas anderes erhofft hatten, muss ich nun leider sagen: Willkommen in der Realität. Und diese Realität kann jetzt endgültig niemand mehr verleugnen oder schönreden: Deutschland ist keine Spitzennation mehr, sondern nur noch Mitläufer im Weltfußball.

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44 Spieler hat der neue Bundestrainer für die vier Partien in der Nations League nominiert, darunter zahlreiche Debütanten, junge Spieler und Talente. Es ehrt ihn, dass er viel versuchen will, dass er so vielen eine Chance geben will, sich zu beweisen. Aber schon der Eindruck der ersten 22 Spieler aus den Partien gegen Griechenland und am vergangenen Donnerstag gegen die Niederlande hat auf unangenehme Weise gezeigt: Ein personeller Umbruch könnte, wenn nicht sogar fast wirkungslos verpuffen, zumindest mehr Zeit in Anspruch nehmen, als es viele wahrhaben wollen. Die Qualität, die wir derzeit vorweisen können, ist von der Weltelite, von Spanien, England, Frankreich, Argentinien, weit entfernt.

Das müssen sich Klopp und sein Trainerteam vorwerfen lassen

Haben Sie gehört, was Klopp nach dem Griechenland-Spiel gesagt hat? Es sei „ein Prozess“, die deutsche Mannschaft nach vorn zu bringen, wieder in der Spitze mitzuspielen.

Dieser „Prozess“ wird schwer genug. Zumindest, wenn man so auftritt wie gegen Griechenland, das aktuell auf Platz 42 der Weltrangliste steht und noch nicht mal die Qualifikation zur XXL-WM diesen Sommer geschafft hat. Können Sie sich an eine einzige hochkarätige deutsche Torchance aus den 90 Minuten in Augsburg erinnern? Ich auch nicht. Die Griechen, die viel mit langen Bällen agierten und eigentlich nicht schwer auszurechnen waren, hatten dagegen gleich zwei hundertprozentige: Die Möglichkeit für Fotis Ioannidis in der 67. Minute, als er allein vor dem deutschen Torwart Alexander Nübel vergab – und dann kurz darauf die Gelegenheit, die Dimitrios Kourbelis zum 1:0-Siegtreffer verwertete.

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