Von&nbspLaura Fleischmann

Veröffentlicht am

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist auf einen neuen Rekordwert gestiegen: Im Jahr 2025 erwerben 332.500 Menschen die deutsche Staatsbürgerschaft.

Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das laut Statistischem Bundesamt einen Anstieg von 14 Prozent.

Die größte Gruppe waren mit 20 Prozent Syrer. Allerdings wurden fast 20.000 Syrer weniger eingebürgert als im Jahr 2024. An zweiter Stelle folgten Türken mit 10 Prozent aller Einbürgerungen, gefolgt von Russen mit 6 Prozent.

Besonders stark wuchs die Einbürgerung unter bosnischen (+126 Prozent auf 8.800), US-amerikanischen (+100 Prozent auf 6.600) und albanischen Staatsbürgern (+97 Prozent auf 6.100).

Nach Angaben des Integrationsmediendienstes entscheiden sich fast alle neu eingebürgerten Bürger für die doppelte Staatsbürgerschaft. Seit einer Reform des Staatsbürgerschaftsrechts durch die Ampelkoalition (SPD, Grüne, FDP), die Ende Juni 2024 in Kraft trat, ist die sogenannte Doppelstaatsbürgerschaft gesetzlicher Standard bei Einbürgerungen und Bewerber müssen ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit nicht mehr aufgeben. Durch die Novelle wurde auch die Wartezeit für die Einbürgerung von acht auf fünf Jahre verkürzt.

Zu den Einbürgerungszahlen schrieb AfD-Fraktionschefin Alice Weidel in den sozialen Medien: „Die Neubürger nutzen die Vorzüge des Deutschenseins, ohne sich auf Deutschland festzulegen. Für die AfD ist klar: Masseneinbürgerungen müssen gestoppt und bereits erfolgte Einbürgerungen auf den Prüfstand gestellt werden.“

In Deutschland leben rund 1,3 Millionen ukrainische Staatsangehörige, die ab Frühjahr 2027 die Syrer an der Spitze der Einbürgerungsliste überholen könnten.

„Die Staatsbürgerschaftsbehörden arbeiten ohnehin schon auf Hochtouren“, zitierte Die Welt aus einem der Zeitung vorliegenden Dokument.

Dem Bericht zufolge stammt das Dokument vom Rechtsausschuss des Deutschen Städtetages. Eine zusätzliche Nachfrage der Ukrainer könne zu einer „dauerhaften Überlastungssituation“ führen, heißt es.

Bislang genießen Ukrainer in Europa vorübergehenden Schutz, gewährt von der EU. Nach derzeitiger Planung läuft dieser Schutz im März 2027 aus. Diese Woche wollen die EU-Innenminister über mögliche Parameter für eine Verlängerung beraten.

Laut der Wirtschaftszeitung Handelsblatt liegen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zwei mögliche Versionen einer Verlängerung vor: Die eine würde den Schutzstatus flächendeckend ausweiten. Die zweite Version würde ukrainische Männer im Alter zwischen 23 und 60 Jahren vom vorübergehenden Schutz ausschließen. Aller Wahrscheinlichkeit nach würde dies jedoch nur für Männer gelten, die neu in die EU einreisen.

Sollten sich die EU-Mitgliedstaaten gegen eine Verlängerung entscheiden, könnte die Einbürgerung für Ukrainer zu einer attraktiven Option werden. Viele ukrainische Flüchtlinge, die seit Kriegsbeginn in Deutschland leben, werden im Frühjahr 2027 die erforderliche Aufenthaltsdauer erreichen. Uneinigkeit scheint aber darüber zu herrschen, ob sich Ukrainer überhaupt einbürgern können.

Der Kreis Uelzen und die Stadt Flensburg teilten der Welt mit, dass eine Aufenthaltserlaubnis keinen Anspruch auf Einbürgerung begründe. Städte wie das niedersächsische Leer hingegen stellen sich bereits auf eine zu erwartende Flut an Bewerbungen ein.

Unionspolitiker wie Alexander Throm haben in der Vergangenheit immer wieder strengere Einbürgerungsgesetze gefordert. Im Gespräch mit der „Welt“ forderte Throm, die Einbürgerungsfrist wieder auf acht Jahre zu verlängern und die doppelte Staatsbürgerschaft wieder abzuschaffen.

Sebastian Fiedler, innenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, sagte der Welt: „Wir arbeiten mit der Union auf der Grundlage des Koalitionsvertrags hervorragend zusammen. Ich freue mich, dass wir dabei auch die Dualität beibehalten haben.“ Staatsbürgerschaft in der Rechtswissenschaft als Erfolgsmodell.“

Aufgrund der Regeln können „nur gut integrierte Menschen“ Deutscher werden. „Diese Zahlen sind gut für uns alle: gut für den Arbeitsmarkt, die Sozialsysteme und für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt“, sagte Fiedler zu den Einbürgerungszahlen.

Die Forderungen der CDU nach schärferen Einbürgerungsgesetzen schafften es nicht in den schwarz-roten Koalitionsvertrag. Zum Thema Einbürgerung heißt es lediglich: „Wir schaffen die ‚Turbo-Einbürgerung‘ nach drei Jahren ab. Darüber hinaus halten wir an der Reform des Staatsbürgerschaftsrechts fest.“

Durch die Turboeinbürgerung könnten besonders gut integrierte Menschen noch schneller einen deutschen Pass erhalten. Auf Drängen von CDU und SPD wurde es Ende Oktober 2025 abgeschafft.

Share.
Leave A Reply

Exit mobile version