Deutschland und Israel

Deutschland und Israel demonstrieren Einigkeit in Iran-Frage

Aktualisiert am 05.05.2026 – 20:34 UhrLesedauer: 3 Min.

Außenminister Wadephul ruft in einer Pressekonferenz mit seinem israelischen Kollegen Saar den Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf (Quelle: Michael Kappeler/dpa/dpa-bilder)

Die Außenminister Deutschlands und Israels zeigen einen engen Schulterschluss gegen den Iran. Beim Treffen in Berlin reden sie aber auch kritisch miteinander. Unter Freunden dürfe man das, sagen sie.

Die Außenminister Deutschlands und Israels, Johann Wadephul und Gideon Saar, haben den Iran zur Beendigung des Kriegs am Golf und zum endgültigen Verzicht auf Atomwaffen aufgefordert. Angesichts der jüngsten iranischen Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) warnte Wadephul: „Ein Rückfall in kriegerische Auseinandersetzungen muss vermieden werden.“

Wadephul rief Teheran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf. „Wir fordern den Iran auf, seine Karten jetzt nicht zu überreizen“, sagte der CDU-Politiker in Berlin in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Saar. Der Iran müsse das Angebot zu Verhandlungen annehmen. „Dieser Krieg muss beendet werden. Aber er muss so beendet werden, dass von Iran keine Gefahr mehr ausgeht – nicht für Israel, nicht für die Länder der Region und auch nicht für uns in Europa.“

So dürfe der Iran nicht in den Besitz einer Nuklearwaffe geraten, er müsse sein ballistisches Raketenprogramm aufgeben, und er müsse seine „Politik der Bandstiftung in der Region“ aufgeben. Diese Ziele und Sicherheitsinteressen teilten Deutschland und Israel vollständig, betonte Wadephul.

Saar sah in den jüngsten Angriffen auf die Vereinigten Arabischen Emirate den Beleg dafür, dass das iranische Mullah-System den „Charakter eines Verrückten“ hat. Jeder, der sehe, wie sich der Iran gegenüber seinen Nachbarn in der Region benehme, verstehe die Notwendigkeit, ihn vom Besitz nuklearer Waffen fernzuhalten. „Stellen Sie sich einmal vor, wie sich der Iran mit einem nuklearen Schirm verhalten würde.“ Für Israel habe diese Frage existenzielle Bedeutung.

Wadephul warnte Israel davor, den Konflikt mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz auf Kosten von Zivilisten im Libanon auszutragen. Der Libanon dürfe „nicht zu einem Kriegsschauplatz werden“. Es dürfe nicht sein, dass die junge Generation in Israels Nachbarland „in Ruinen ihrer Elternhäuser“ aufwachse. „Da wird auch Israels Nachbarschaft nicht sicherer.“

Der deutsche Außenminister verurteilte zugleich die Angriffe der Hisbollah auf Israel „auf das Schärfste“ und forderte die libanesische Regierung – die selbst nicht Konfliktpartei ist – auf, entschieden gegen die Miliz vorzugehen.

Saar erklärte, Israel meine es ernst mit den Verhandlungen mit dem Libanon. Zugleich sagte er, dass die Menschen in Nordisrael angesichts der Angriffe der Hisbollah in einer „unerträglichen Realität“ lebten. „Die Hisbollah ist für das Leid auf beiden Seiten der Grenze verantwortlich.“ Der israelische Außenminister betonte, dass Israel „keine territorialen Ambitionen im Libanon“ hege. Israels Präsenz im Südlibanon diene einzig dem Schutz israelischer Bürger.

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