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You are at:Home»Politik»Deutsche Maßnahmen gegen Russland: Putin bläst zum Gegenangriff
Politik

Deutsche Maßnahmen gegen Russland: Putin bläst zum Gegenangriff

wochentlich.deBy wochentlich.de3 September 2026Keine Kommentare2 Mins Read
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Berlin betrachtet den Anschlagsversuch als Teil russischer Hybridoperationen. Die Reaktionen fallen wie folgt aus: Das russische Generalkonsulat in Bonn wird geschlossen, der Vertrag mit dem Russischen Haus in Berlin gekündigt. Einreisekontrollen sollen verschärft und der Druck auf die russische Schattenflotte erhöht werden.

Moskau hat Vergeltung angekündigt. Denkbar sind zunächst spiegelbildliche Maßnahmen gegen deutsche Einrichtungen in Russland. Doch damit wäre die Auseinandersetzung kaum beendet.

Schattenkrieg könnte härter werden

Moskau kontert zunächst mit scharfen Drohungen. Der Vizechef des russischen nationalen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, attestiert Deutschland, dass es einen „direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik“ und „durchaus auch gegen einige andere Orte in Berlin“ verdient hätte. Hinweise auf entsprechende militärische Vorbereitungen gibt es nicht.

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Deutsche Eurofighter tragen von Polen aus zum Schutz der Nato-Ostflanke bei. (Archivbild) (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa/dpa-bilder)

Für den Kreml sind andere Instrumente mit geringeren Risiken verbunden: Sabotage, Spionage, Cyberangriffe und Desinformation. Ihre Urheber sind häufig schwer oder erst mit Verzögerung festzustellen. Moskau kann eine Beteiligung oft abstreiten.

Dobrindt rechnet mit weiteren hybriden Attacken Russlands. Auch in anderen europäischen Ländern kam es zuletzt zu Explosionen, Bränden und Brandstiftungsversuchen in Einrichtungen, die mit der Unterstützung der Ukraine verbunden sind. Nicht jeder dieser Vorfälle lässt sich Russland zurechnen. Sie zeigen aber, wie schwierig solche Angriffe abzuwehren sind.

Kampf um die Köpfe

Im Informationsraum stellt sich Deutschland früh ein anderes Problem: Russland muss die Deutschen nicht davon überzeugen, dass Putin recht hat. Für eine erfolgreiche Einflussoperation kann es genügen, Gewissheiten infrage zu stellen, Zweifel zu wecken.

SIM-Karten: Um massenhaft Bot-Accounts zu betreiben, braucht es entsprechend Karten. 150.000 Stück fanden ukrainische Ermittler, als sie im Juli 2023 eine pro-russische Bot-Farm aushoben. "Doppelgänger"-Bezüge sind nicht bekannt.Vergrößern des Bildes
SIM-Karten: Um massenhaft Bot-Accounts zu betreiben, braucht es entsprechend Karten. 150.000 Stück fanden ukrainische Ermittler, als sie im Juli 2023 eine prorussische Bot-Farm aushoben. (Quelle: cyberpolice.gov.ua)

Wie das funktionieren kann, zeigt die russische Desinformationskampagne „Matrjoschka“. Nach Recherchen der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ verbreitet ein Netzwerk russischer Bots auf Plattformen wie X, TikTok und Bluesky gezielt Falschinformationen über deutsche Politiker. Im Visier stehen auch Kandidaten bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Die Methode ist systematisch. Gefälschte Videos, Bilder und vermeintliche Medienberichte werden zunächst auf prorussischen Seiten und Telegram verbreitet. Anschließend bringen Fake-Accounts die Inhalte in die sozialen Netzwerke. Andere Accounts greifen sie auf, platzieren sie unter Beiträgen von Politikern oder Medien und verschaffen ihnen mit automatisierten Likes und Weiterverbreitungen zusätzliche Aufmerksamkeit.

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