Neue Studie

Das kann auf Demenz bei Hunden hinweisen


29.06.2026 – 16:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein alter Golden Retriever: Viele Besitzer merken die Anzeichen von Demenz bei ihren Hunden nicht. (Quelle: 400tmax)

Forscher aus den USA haben ältere Hunde beim Gehen gefilmt. Die Auswertung liefert einen unerwarteten Hinweis auf Demenz.

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Schrittlänge alternder Hunde mit dem Ausmaß ihres kognitiven Abbaus zusammenhängt. Je kürzer die Schritte der Vorderbeine, desto stärker ausgeprägt sind die Anzeichen von Demenz. Dieser Zusammenhang zeigte sich unabhängig davon, wie alt die Tiere waren oder ob sie unter Schmerzen litten.

Hunde: Schrittlänge sagt etwas über kognitiven Zustand aus

Die Ergebnisse der Untersuchung veröffentlichten die beteiligten Forscher der North Carolina State University kürzlich im Fachjournal „Frontiers in Veterinary Science“. Für die Studie wurden 88 ältere Hunde im Durchschnittsalter von rund 13 Jahren untersucht. Die Tiere liefen an der Leine eine fünf Meter lange, standardisierte Strecke entlang, während ihre Schritte per Video aufgezeichnet wurden.

Aus den Aufnahmen berechneten die Forscher die Schrittlänge der Vorder- und Hinterbeine und setzten sie ins Verhältnis zur Körpergröße der Tiere. Parallel dazu bewerteten die Besitzer das Verhalten ihrer Hunde mithilfe zweier Fragebögen, mit denen kognitive Einschränkungen erfasst und schmerzbedingte Beeinträchtigungen gemessen wurden.

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Schrittlänge aussagekräftiger als Geschwindigkeit

Das auffälligste Ergebnis: Nur die Schrittlänge der Vorderbeine nahm mit zunehmendem Alter messbar ab. Bei den Hinterbeinen zeigte sich kein einheitlicher Trend. Die Forscher erklären das damit, dass die Hinterbeine stärker von Gelenkerkrankungen wie Hüftarthrose beeinflusst werden, während die Vorderbeine vor allem für Stabilisierung und Bremsarbeit zuständig sind – Funktionen, die eng mit der zentralen Bewegungssteuerung des Gehirns zusammenhängen.

Entscheidend ist: Der Zusammenhang zwischen kürzerer Schrittlänge der Vorderbeine und höheren Werten kognitiver Einschränkungen blieb auch dann bestehen, wenn Alter und Schmerzen statistisch berücksichtigt wurden. Das deutet darauf hin, dass die Schrittlänge tatsächlich etwas über den kognitiven Zustand eines Hundes aussagt – und nicht nur über sein Alter oder körperliche Beschwerden.

In einem weiteren Analyseschritt verglichen die Wissenschaftler, ob die Schrittlänge oder die reine Gehgeschwindigkeit besser mit dem kognitiven Abbau zusammenhängen. Dabei erwies sich die Schrittlänge als der aussagekräftigere Wert: Während sie weiterhin signifikant mit höheren Werten kognitiver Einschränkungen korrelierte, war die Gehgeschwindigkeit in diesem Modell weniger bedeutsam.

Einfaches Verfahren mit großem Potenzial

Die Methode ist bewusst niedrigschwellig gehalten: Für die Messung reicht eine kurze Videoaufnahme auf einer standardisierten Gehstrecke. Die Schritte werden ausgezählt, die Schrittlänge berechnet und auf die Körpergröße des Tieres normiert. Die Zuverlässigkeit des Verfahrens war hoch.

Die Forscher betonen, dass die Methode zwar nicht als alleiniges Diagnosewerkzeug taugt. Über einen längeren Beobachtungszeitraum und in Kombination mit anderen Untersuchungen könnte die Schrittlängenmessung aber ein wertvoller Baustein in der Routineuntersuchung von älteren Hunden werden. Sie könnte dabei helfen, den funktionellen Abbau früher zu erkennen und die Lebensqualität der Tiere besser einzuschätzen.

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