„Wir waren überrascht“

Schokoladenhersteller Lindt kündigt Preissenkungen an

21.07.2026 – 15:47 UhrLesedauer: 2 Min.

Die Lindor-Kugeln von Lindt: Sie soll es bald in einer kleineren Packung zu kaufen geben. (Quelle: Markus Forte/imago)

Der Schokoladenriese Lindt zeigt sich „überrascht“ darüber, dass die Kundschaft nach Preissteigerungen nicht mehr so zugreift wie früher. Das soll sich nun ändern.

Lindt & Sprüngli hat sich im ersten Halbjahr trotz hoher Rohstoffkosten und einer schwachen Konsumstimmung behauptet. Die satten Preiserhöhungen führten aber in europäischen Märkten zu stärkeren Absatzverlusten als erwartet. Der Schokoladenhersteller reagiert nun mit kleineren Packungen und damit verbundenen Preissenkungen.

„Wir waren alle etwas überrascht von den Reaktionen in einigen Märkten“, sagte Konzernchef Adalbert Lechner am Dienstag. In Deutschland, der Schweiz und Großbritannien hätten die Konsumenten – im Gegensatz zu früheren Jahren – nach den Preiserhöhungen deutlich vorsichtiger eingekauft.

Im ersten Halbjahr steigerte der Hersteller von Lindor-Kugeln, Pralinés und Schokohasen den Umsatz zwar organisch um 4,3 Prozent. Das war aber deutlich weniger als im gesamten letzten Jahr mit 12,4 Prozent. Und das Wachstum beruhte erneut vollständig auf höheren Verkaufspreisen. Um die stark gestiegenen Kosten insbesondere für Kakao auszugleichen, erhöhte Lindt die Preise 2026 um 11,8 Prozent, dies nach bereits happigen Aufschlägen im letzten Jahr. Gleichzeitig ging das Volumen-/Mix-Verhältnis um 7,5 Prozent zurück. Das bedeutet vereinfacht, dass deutlich weniger Produkte verkauft wurden. Besonders schwierig entwickelte sich demnach der Kernmarkt Europa.

Lindor-Produkte kommen in kleineren Packungen

Um den Absatz zu stabilisieren, will Lindt nun in besonders preissensiblen Märkten die Preise ausgewählter Produkte korrigieren. Daneben setzt der Konzern auf kleinere und damit beim Kauf günstigere Packungen. So sollen Lindor-Produkte zusätzlich in Größen von 100 oder 137 Gramm angeboten werden. Ergänzend zur 500-Gramm-Packung ist etwa auch eine Variante mit 337 Gramm vorgesehen. Der Preis pro Kilogramm soll damit nicht grundsätzlich sinken, wohl aber der Betrag, den Kunden an der Kasse bezahlen müssen. Zusätzlich will Lindt enger mit den Händlern zusammenarbeiten.

Von einer Rückkehr zum früheren Preisniveau geht Lindt trotz der zuletzt gesunkenen Kakaopreise nicht aus. Die laufende Kakaoernte sei nahezu perfekt ausgefallen, sagte Finanzchef Martin Hug. Die nächste Ernte dürfte jedoch schwächer sein. Zudem erwartet Lindt eine leicht steigende weltweite Nachfrage.

An der Börse wurden die Zahlen mit Skepsis aufgenommen. Die Anteilsscheine verloren zuletzt 3,6 Prozent. Zwar überraschte die verbesserte Marge positiv. Analysten warfen jedoch die Frage auf, ob Lindt nach den massiven Preiserhöhungen wieder zu nachhaltigem Absatzwachstum zurückfinden kann.

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